ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 15:47 Uhr

Umweltschutz
So kämpft Cottbus für das Klima

 Cottbusverkehr hat am Freitag erstmals die neue Gleisführung zum Hauptbahnhof von und zur Bahnhofsbrücke mit einem Gleiswagen und einem Straßenbahnzug getestet.
Cottbusverkehr hat am Freitag erstmals die neue Gleisführung zum Hauptbahnhof von und zur Bahnhofsbrücke mit einem Gleiswagen und einem Straßenbahnzug getestet. FOTO: Michael Helbig
Cottbus . Vor der nächsten Demo von Fridays for Future stellt die Stadt klar, dass Nachhaltigkeit und Naturschutz schon längst auf der Agenda der Verwaltung stehen. Von Andrea Hilscher

Am Freitag startet Fridays for Future erneut eine Demonstration in Cottbus. Eine der Forderungen der Umweltschützer: Kommunen sollen den Klimanotstand ausrufen, um alle Projekte auf ihre Umweltfreundlichkeit zu prüfen.

„Wir brauchen das in dieser Form nicht“, sagt Stadtsprecher Jan Gloßmann. „Cottbus legt schon seit vielen Jahren großen Wert auf die Nachhaltigkeit seiner Vorhaben und ist in vielen Belangen seiner Zeit voraus gewesen.“

Zum anderen, so betont Gloßmann, habe das Ausrufen des Klimanotstandes keine gesetzlichen Auswirkungen. „Natürlich wollen wir unsere Radwege sanieren und neue schaffen, um die Stadt noch fahrradfreundlicher zu gestalten“, sagt der Stadtsprecher. Dafür aber bräuchte es Geld.

Stephan Böttcher, Leiter des zuständigen Fachbereichs, zuckt ebenfalls vor dem Begriff Klimanotstand zurück. „Das klingt so hart.“ Er ist überzeugt, dass der Klimawandel global bekämpft werden muss. „Wir hier in Cottbus drehen das Rad nicht um.“ Trotzdem, so sagt er, ist die Stadt auf einem guten Weg in Sachen Klima- und Umweltschutz.

Seit der Wende bemühe sich die Kommune um den Umweltschutz, im nächsten Jahr veranstalte die Stadt die dann schon 30. Umweltwoche.

Rund 600 Altlastenverdachtsfälle hat der Fachbereich Umwelt im Blick. Hier müssen Gefahren analysiert und Fördermittel für die Sanierung akquiriert werden. Stephan Böttcher: „Wir haben es geschafft, rund 40 Millionen Euro in die Altlastensanierung zu investieren. Eine ordentliche Leistung.“

Ebenso zufrieden ist er mit den Resultaten der Umgestaltung der Bahnhofstraße. „Früher waren wir ein Schmuddelkind der EU, heute bleiben wir Jahr für Jahr unter den geforderten Auflagen, die maximal an 35 Tagen im Jahr Grenzwertüberschreitungen erlauben.“

Cottbusverkehr ist gleich mit zwei klimafreundlichen Projekten am Start: Zum einen erhofft sich die Stadt durch die Eröffnung des klimaneutralen Mobilitätszentrums am Hauptbahnhof positive Effekte auf die Umwelt, zum anderen soll die Erprobung von Wasserstoffbussen zeigen, welche sinnvollen Alternativen es zum Dieselantrieb gibt.

Mit einem neuen Wohnquartier am ehemaligen Busbahnhof und am künftigen Ostsee strebt die Stadt CO2-neutrale Wohngebiete an.

Das Heizkraftwerk soll für 70 Millionen Euro von Kohle auf Gas, die Fernwärme auf Kraft-Wärme-Kopplung umgestellt werden.

Die erste deutsche Stadt, die den Klimanotstand ausgerufen hat, war Konstanz im Mai dieses Jahres. Potsdam hat sich als 49. deutsche Kommune vor wenigen Wochen zu diesem Schritt entschlossen. Die Stadt verpflichtet sich, alle Projekte auf ihre Klimawirksamkeit hin zu überprüfen.

 Cottbusverkehr hat am Freitag erstmals die neue Gleisführung zum Hauptbahnhof von und zur Bahnhofsbrücke mit einem Gleiswagen und einem Straßenbahnzug getestet.
Cottbusverkehr hat am Freitag erstmals die neue Gleisführung zum Hauptbahnhof von und zur Bahnhofsbrücke mit einem Gleiswagen und einem Straßenbahnzug getestet. FOTO: Michael Helbig