| 19:14 Uhr

Kolkwitz
Umweltschützern fehlt es an finanzieller Unterstützung

Vertreter von Umweltbildungseinrichtungen trafen sich in Kolkwitz.
Vertreter von Umweltbildungseinrichtungen trafen sich in Kolkwitz. FOTO: Marion Hirche / Marione Hirche
Kolkwitz. Vertreter von Bildungszentren treffen sich in Kolkwitz. Von Marion Hirche

Vertreter von  Informations- und Umweltbildungszentren aus dem Land Brandenburg trafen sich am Donnerstag im Alten Forsthaus in Kolkwitz. An der Beratung nahmen Vertreter vom Umweltzentrum Senftenberg, von den NABU Regionalverbänden Spremberg, Strausberg-Märkische Schweiz, Potsdam, vom Weißstorchzentrum Vetschau, vom Naturschutzverein Kolkwitz und vom NABU Landesverband teil. Neben dem Erfahrungsaustausch war der dringende Appell an die Verantwortlichen in Potsdam nach besserer finanzieller Ausstattung und stetiger personeller Besetzung der Grund für das Treffen.

Eindrucksvoll stellten die Teilnehmer dar, welche Arbeit sie in der Natur- und Umweltbildung, aber auch beim Erhalt von Natur und Umwelt leisten. Gastgeber Dr. Werner Richter, Vorsitzender des Naturschutzvereines Kolkwitz, stellte zur Eröffnung die  Arbeit seines Vereins dar, beleuchtete dabei sowohl die Träger- als auch die Vereinsarbeit. Bereits 1982 wurde in Kolkwitz ein Naturschutzaktiv gegründet. Daraus ist 1994 der Naturschutzverein entstanden, der sich von der Storchenzählung bis zur Schaffung von Fledermausquartieren, von der Errichtung von Amphibienschutzzäunen bis zur Umsiedlung von Ameisennestern kümmert. Lehrpfade wurden angelegt, mit der „Ameisenwelt“ ist ein einzigartiges Freilandformicarium geschaffen worden. Dr. Richter beleuchtete die umfangreiche Veranstaltungstätigkeit. Insgesamt hatte das Alte Forsthaus in Kolkwitz 2017 5150 Besucher, darunter 3147 Kinder.

Genau an dieser Stelle  betonte der engagierte Naturschützer, dass es wichtig ist, für die Arbeit mit Menschen qualifiziertes Personal zu haben: „Wir haben mit Andreas Strauß einen sehr geeigneten Mitarbeiter für die Arbeit mit jungen Leuten. Er sorgt für die hohe Qualität unserer Angebote, die die Voraussetzung dafür ist, dass viele Kindereinrichtungen und Schulen immer wieder zu uns kommen. Jetzt allerdings wird es kritisch, denn auch die Arbeit von Herrn Strauß muss finanziert werden und das scheint jetzt unmöglich.“

Ähnliche Nöte gibt es bei fast allen. Christiane Hönicke ist Chefin des NABU-Regionalverbandes Potsdam, der 2500 Mitglieder hat:  „Ich habe nur eine halbe Stelle. In der wenigen Zeit ist die Arbeit einfach nicht zu schaffen. Ich würde mir eine Vollzeitstelle in der Geschäftsstelle und eine Stelle für die Umweltbildung wünschen.“ Das Storchenzentrum in Vetschau leidet darunter, dass der Internetstorch dort seit drei Jahren nicht mehr brütet, dadurch haben sich die Einnahmen wesentlich verringert, ohne den Zuschuss vom Landesverband könnte man die Kosten für das Haus nicht tragen.

Die Liste der Sorgen der ehrenamtlichen Naturschützer ist lang. Nach der Verständigung in Kolkwitz und der Besichtigung der Angebote im Alten Forsthaus bekräftigen alle  den Beschluss der Landesvertreterversammlung des NABU Brandenburg vom November: „ Der NABU Brandenburg fordert das Land Brandenburg auf, eine langfristige finanzielle Grundausstattung nicht nur für Informationszentren der Großschutzgebiete, sondern auch für andere regional bedeutsame Umweltbildungseinrichtungen zu sichern. Dort werden Jahr für Jahr viele Bürger und Schulklassen qualifiziert informiert, aufgeklärt, sensibilisiert und für die Natur begeistert“.

Die Teilnehmer  wandten sich zudem gegen die neuesten Forderungen nach Zertifizierung der Informations- und  Umweltzentren: „Wir scheuen nicht die Prüfung, zu uns kann jeder in die Einrichtungen kommen und  sich von der Qualität unserer Arbeit überzeugen. Aber wir sind dagegen, jetzt  seitenlange Fragebögen auszufüllen. Wir sind alle ehrenamtlich tätig und das bedeutet zusätzliche Belastungen, die von unserem eigentlichen Wollen abweichen“, sagte Bernd Elsner vom Weißstorchzentrum Vetschau. Christiane  Schröder, Landesgeschäftsführerin nahm die Sorgen der Naturschützer des Landes mit nach Potsdam, um nach Lösungen zu suchen.