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| 14:59 Uhr

Naturschutz
Umweltschützer fordern sofortigen Baustopp

Auf der Baustelle der früheren Brauerei an der Bürgerstraße droht ein Baustopp.
Auf der Baustelle der früheren Brauerei an der Bürgerstraße droht ein Baustopp. FOTO: LR / Hilscher Andrea
Cottbus. Abrissarbeiten auf dem Gelände der ehemaligen Brauerei könnten Schlafplätze von Fledermäusen vernichten.

Johan Staudinger, Sprecher des BUND Cottbus, ist empört. Seit Beginn der Abrissarbeiten auf dem früheren Brauereigelände an der Bürger- und Taubenstraße habe er immer wieder bei der Verwaltung nachgefragt, ob im Vorfeld der Baumaßnahme untersucht wurde, ob dort Fledermäuse ihre Schlafplätz haben. „Anwohner haben mich angesprochen. Sie beobachten dort regelmäßig Fledermäuse“, so der Naturschützer. Von der Verwaltung habe er allerdings darüber keine Auskunft erhalten.

„Jetzt habe ich wieder Hinweise bekommen, dass Fledermäuse auf dem Gelände gesichtet wurden“, sagt Staudinger. Deshalb habe er am Montag beim Fachbereich für Bauordnung einen sofortigen Baustopp beantragt. Das Umweltamt wurde unverzüglich eingeschaltet und hat nach eigenen Aussagen ein „fachbegleitendes Büro“ eingeschaltet. Von dort ist offenbar die Auskunft gekommen, dass es keine Hinweise auf Nistplätze von Vögeln oder Fledermäusen gebe.

„Auch im Vorfeld der Abrissarbeiten wurden die Gebäude überprüft“, so ein Mitarbeiter des Umweltamtes. Tiervorkommen seien dabei nicht dokumentiert worden. Trotzdem habe man vorsorglich mit den Abrissarbeiten erst nach dem Ende der Brutperiode von Fledermäusen und Vögeln begonnen. Fledermäuse sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt. Sie dürfen ohne behördliche Ausnahmegenehmigungen nicht getötet, gefangen oder erheblich gestört werden. Auch ihre Quartiere – wie Bäume mit Höhlen, Dachböden, Fassadenverkleidungen oder Zwischendächer – sind geschützt.

Johann Staudinger jedenfalls ist noch nicht überzeugt, dass die Bauarbeiten an der Bürgerstraße keine geschützten Arten beeinträchtigen. Er hat am Mittwoch auch vor dem Verwaltungsgericht einen Baustopp beantragt.

Seit Anfang Oktober reißen Bagger das Mauerwerk und die Decken der einstigen VEB Brauerei Cottbus ein. Geplant ist ein Wohnquartier zwischen Marien-, Tauben-, Bürgerstraße und Straße der Jugend. Mit ihm sind auch die Tage des Busbahnhofes gezählt. 2019 soll er an den Hauptbahnhof verlagert werden.

(hil)