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| 16:20 Uhr

Tag der offenen Tür
Cottbuser Wasserversorger LWG profitiert vom langen Sommer

Zum 25. Jubiläum öffnete  die LWG am Wochenende die Türen des Klärwerks Cottbus. Geschäftsführer Marten Eger konnte dabei mehrere Hundert Besucher begrüßen.
Zum 25. Jubiläum öffnete die LWG am Wochenende die Türen des Klärwerks Cottbus. Geschäftsführer Marten Eger konnte dabei mehrere Hundert Besucher begrüßen. FOTO: Michael Helbig
Cottbus . Der Wasserversorger LWG freut sich über die vielen Sonnenstunden der vergangenen Monate. Sie helfen, bares Geld zu sparen und gute Umsätze zu machen. Von Andrea Hilscher

Einer der heißesten Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen hat die Cottbuser fast in die Knie gezwungen. Auch beim Wasserversorger LWG, so denkt man, hätte die andauernde Hitze zu Engpässen und Lieferproblemen führen müssen. Das Gegenteil ist der Fall. „Wir freuen uns sehr, wenn ein Sommer nicht verregnet ist“, sagt Marten Eger, Technischer Geschäftsführer der LWG. Denn neben guten Umsätzen helfen die Sonnenstunden dem Unternehmen, Geld zu sparen.

„Natürlich war die Trockenheit seit Mai und die damit verbundene hohe Wasserabnahme auch eine Herausforderung für unser Rohrleitungsnetz“, sagt Eger. Allein im August gab es Abnahmeschwankungen, die von 18,2 Millionen Litern Tagesabnahme (30. August) bis zu 28,7 Millionen Litern (1. August) reichten. Für die Rohre purer Stress. Einige von ihnen stammen noch aus der Gründungszeit des Wasserwerkes 1890, andere wurden zu DDR-Zeiten in minderer Qualität ersetzt.

„Wir freuen uns, dass es durch die Druckschwankungen nicht zu mehr Rohrbrüchen gekommen ist als sonst“, sagt der Geschäftsführer.  Trotz der positiven Sommerbilanz hat ungefähr ein Prozent der 130 000 Trinkwasserabnehmer der LWG Auswirkungen des enormen Trinkwasserbedarfs zu spüren bekommen: in Form von Eisen- und Mangangausspülungen und durch verstopfte Filter, die die LWG wieder freispülen musste. „Wir werden daher vorsorglich öfter als bisher unser Rohrleistungsnetz durchspülen und reinigen“, so Marten Eger. Die nächste große Spülung ist in der Innenstadt geplant. Eine derartige Aktion kostet zwischen 50 000 und 70 000 Euro, sei aber für die Zufriedenheit der Kunden wichtig.

Kein Wasser mehr? Für Cottbus waren derartige Ängste überflüssig, versichert der Geschäftsführer. Sowohl die Wassertanks wie auch die Brunnenkapazitäten seien für eine weitaus größere Bevölkerung gedacht gewesen, als Cottbus sie jemals aufgewiesen habe. „Da wird nichts alle.“ Nahezu unbemerkt gab es allerdings in Burg tatsächlich leere Wasserwerke. Am 3. August waren die Vorräte des Nachbarortes aufgebraucht, nichts ging mehr. „Seit fünf Jahren ist Burg kein Gesellschafter mehr, trotzdem wurden natürlich unsere Schieber geöffnet und wir haben den Ort einige Tage mit versorgt“, so Marten Eger.

Sonne fürs Wasserwerk: Eine Photovoltaikanlage auf dem Gelände der LWG in Sachsendorf macht sich in Sommern wie diesem besonders bezahlt. Mit ihr kann der Wasserversorger ein Drittel seines Grundstrombedarfs decken. „Das hilft sehr, den Wasserpreis stabil zu halten“, sagt Eger. Zudem könne Cottbus tatsächlich regenerative Energie speichern: Durch eine geschickte Kopplung von Photovoltaik und Wasseraufbereitung wird de facto in den riesigen Wasserbehältern der LWG Energie gespeichert.

Energie aus Klärschlamm: In den riesigen Faulbehältern des Klärwerkes, das an diesem Wochenende sein 25-Jähriges Bestehen feiert, entstehen durch Vergärung Biogase. Diesen Prozess kurbelt die LWG mit der Zugabe von Fetten aus Fettabscheidern an. Marten Eger: „Eine Kläranlage ist der größte Energieverbraucher einer Stadt. Durch unsere Biogasverwertung können wir unseren Energiebedarf zu 110 Prozent decken.“

Besonders stolz ist Eger auf die hohe Ausbildungsquote seines Betriebes. Jährlich bildet die LWG Azubis für Betriebe aus mehreren Bundesländern aus, 19 starten an diesem Wochenende ins Berufsleben – so viele wie noch nie zuvor in der Firmengeschichte. Marten Eger: „Toll ist, dass wir tatsächlich noch nie einen einzigen Abbrecher hatten.“

Für das kommende Jahr plant die LWG mehrere millionenschwere Investitionen in Cottbus und dem Umland. Größtes Projekt wird die Erneuerung der Schlammentwässerung im Klärwerk. Insgesamt will die LWG 10,4 Millionen Euro investieren.