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| 18:53 Uhr

Ich kaufe regional
Umdenken beginnt im Supermarkt

Kathrin Scholz (rechts) bietet in ihrem Edeka-Center in Schmellwitz plastikfreie Einkaufsmöglichkeiten an.
Kathrin Scholz (rechts) bietet in ihrem Edeka-Center in Schmellwitz plastikfreie Einkaufsmöglichkeiten an. FOTO: LR / Josephine Japke
Cottbus. Vor allem in der Gemüseabteilung und an der Kasse kann Plastikmüll eingespart werden. Von Josephine Japke

Etwa 66 Kilogramm Verpackungsabfall produzierte jeder Einwohner von Cottbus im Jahr 2016. 35 Kilogramm davon waren Leichtverpackungen, wie aus der Abfallstatistik des Landes Brandenburg 2017 hervorgeht. Doch schon beim Einkaufen im Supermarkt zeigt sich, wo Plastikmüll verhindert werden kann.

„Jeder Beutel weniger trägt zum Umweltschutz bei“, erinnert ein Plakat in der Obst- und Gemüseabteilung im Edeka-Center-Scholz in Schmellwitz die Kunden daran, auf die kostenlosen Plastiktütchen zu verzichten. Passend dazu liegen wieder verwendbare Gemüsenetze in verschiedenen Größen bereit, die für wenig Geld einmalig erworben und immer wieder genutzt werden können. „Jede Woche bestellen wir fünf Kartons mit diesen praktischen Netzen, weil die Kunden uns das aus der Hand reißen“, erklärt Edeka-Chefin Kathrin Scholz.

Seit zwei Jahren führt sie das Edeka-Center in eigener Selbstständigkeit und achtet seitdem genau auf die Umweltfreundlichkeit ihrer Produkte. „Gerade in der Gemüseabteilung ist ein Umdenken möglich. Trotzdem gibt es leider immer noch einige, die jedes Obst in ein einzelnes Knotentütchen verpacken“, sagt Kathrin Scholz. Neben den praktischen Gemüsenetzen sollen ab Oktober auch Papiertüten in der Abteilung genutzt werden können - alles, um auf Plastik zu verzichten.

„Wir haben eine sehr bewusste Kundschaft. Vor allem Menschen, die eh zu Bio oder regionalen Produkten greifen, vermeiden Plastiktüten“, berichtet Kathrin Scholz. Seit langem liegen auch an den Kassen deshalb Papiertüten und Jutebeutel in verschiedenen Größen und Farben bereit. Dazu kommen Mehrweg-Tragetaschen und Pappboxen. Plastiktüten sieht man nur selten in den Händen der Kunden. Auch Kathrin Scholz nutzt privat gar keine Plastiktüten mehr. „Der Müll schadet der Umwelt. Das kann ganz einfach verhindert werden“, sagt sie.

Dass auch an die Fleisch-, Käse- und Fischtheke eigene Tupperboxen mitgebracht werden können, in denen der Aufschnitt ganz ohne Müll verstaut werden kann, hat sich indes noch nicht herumgesprochen. „Das gleiche trifft auch auf den Kaffee-To-Go beim Bäcker zu. Auch hier kann ein eigener Becher mitgebracht werden, in den dann der Kaffee plätschert. Trotzdem nutzen leider nur wenige dieses Angebot“, erklärt die Edeka-Chefin.

In beiden Fällen muss laut Klaus Herrmann, Lebensmitteltechniker beim Lebensmittelüberwachungsamt Cottbus, unter anderem eine goldene Hygiene-Regel beachtet werden: „Die mitgebrachte Dose oder der Becher darf den keimfreien Bereich hinter der Theke nicht berühren.“ Im Edeka-Center-Scholz kommt die mitgebrachte Ware einfach auf ein Tablett und wird, ohne berührt zu werden, befüllt. „So kann sichergestellt werden, dass eventuelle Keime nicht vom Supermarkt kommen“, sagt Klaus Hermann.

Die Idee auf Plastiktüten zu verzichten, sei nicht neu. Schon nach der Wende gab es Versuche, Tupperdosen und Gemüsenetze zu etablieren, so der Lebensmitteltechniker. „Dass diese Lebensweise neu aufgegriffen wird, ist für die Umwelt eine tolle und wichtige Sache.“

Ich kaufe regional 4c
Ich kaufe regional 4c FOTO: LR