Der Name des Vereins, so verbürgt es die Chronik, ist dem deutschen Philosophen Johann Gottlieb Fichte entlehnt. Warum und weshalb allerdings, vermögen auch Kenner der Ortsgeschichte nicht eindeutig zu begründen. Da Fichte ein politischer Kämpfer war, mag vielleicht sein Name als Synonym für den Wettkampf der Sportler übernommen worden sein. Das aber stellt nur eine vage Theorie dar.
Wie oft das Sportfest auf dem gepflegten Terrain des Kunersdorfer Sportplatzes inszeniert wurde, vermochte Vorsitzender Gerhard Mucha nicht zu sagen. Seit Jahrzehnten findet es jedenfalls schon statt. Daran hat der Vorsitzende immensen Anteil, denn immerhin leitet er den Verein schon fast 40 Jahre.
„Doch allein bin ich nichts“ , sagt er. „Wir sind viele Freunde, die sich für die gute Sache des Sports einsetzen.“ Etwa 35 freiwillige Helfer waren an zwei Tagen im Wochenendeinsatz, damit das abwechslungsreiche Geschehen auf dem grünen Rasen auch in ordentliche organisatorische Bahnen gelenkt werden konnte. Den sportfreudigen Bürgermeister Fritz Handrow von der Großgemeinde Kolkwitz freute es jedenfalls, dass der Ortsteil Kunersdorf mit seinen rund 440 Einwohnern eine so große Rolle im Sport spielt.
Der Fußball mit mehreren Spielen auf dem Klein- und Großfeld gab, wie erwartet, den Ton an. Das liegt in der Natur der Sache, denn der Verein verfügt über eine starke Kickerabteilung. Gerhard Muchas größter Wunsch: „Wir wollen uns recht bald als Aufsteiger der Kreisliga in der Landesklasse wieder finden“ Immerhin haben es 60 junge und ältere Ballfreunde geschafft, das Fußballtechnikerabzeichen des DFB zu erwerben. Darunter waren 14, die sogar die goldene Nadel bekamen. So auch Benjamin Golz, ein talentierter C-Junior. Sein Vater Fred Golz trainiert die C-Junioren. Aber auch Senioren standen mit ihren Kugelkunststücken und Slalomläufen nicht abseits. So konnte sich der über 50-jährige Sportlehrer Karl Heinz Jentsch die goldene Nadel an die Brust heften.
Volleyballspiele und ein stark frequentiertes Tischtennisturnier gehörten mit zu dem zweitägigen Fest, bei dem Händler in der brütenden Hitze mit farbiger Brause und süßem Eis sicher gute Umsätze erzielten.
Zwischen zwei Siegerehrungen erzählte Vereinsvorsitzender Muche voller Stolz vom Ausbau des Vereinsheims. „Hier haben wir in den letzten zwei Jahren Tausende Euro für die komplette Renovierung investiert“ , bilanzierte der Baufachmann vom Kolkwitzer Amt. Mit den rund 200 Teilnehmern zeigte sich Mucha zufrieden, weniger allerdings mit der Besucherresonanz aus dem Dorf. Das soll 2005 anders werden: Wenn Kunersdorf 625 Jahre alt wird, steht im August wieder ein Sport- und Kulturfest im Programm. Sicher mit einigen Ergänzungen.