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| 01:34 Uhr

Um 12.43 Uhr beginnt der Frühling

Dem meteorologischen Frühlingsstart folgt am heutigen Tag der astronomische. Die Cottbuser genießen die ersten warmen Tage bereits ausgiebig. Die Straßencafés laden schon ein. Foto: LR-Archiv
Dem meteorologischen Frühlingsstart folgt am heutigen Tag der astronomische. Die Cottbuser genießen die ersten warmen Tage bereits ausgiebig. Die Straßencafés laden schon ein. Foto: LR-Archiv FOTO: LR-Archiv
Dem astronomischen Frühling, der laut Kalender am heutigen 20. März beginnt, widmet das Cottbuser Planetarium die Show „Frühlingsgefühle“. Gerd Thiele (Foto), der Leiter des Hauses, klärt über das Besondere auf. Von Kathleen Weser

"Laut Kalender beginnt der Frühling in diesem Jahr am heutigen Freitag genau um 12.43 Uhr", sagt der Experte. Für die Lausitzer werde sich mit diesem Zeitpunkt wohl nichts Bedeutendes tun, ergänzt er. Denn die Meteorologen hätten den Frühling schon längst ausgerufen. Die ersten warmen Sonnentage hinterließen stärkere Eindrücke bei den Menschen. Und doch sei der astronomische Frühlingsanfang spannend, so Thiele."Schon in der Steinzeit erkannten die Menschen die regelmäßige Abfolge von Jahreszeiten", erklärt er. Mit dem Beginn des Ackerbaus war es demnach notwendig, diese Abfolge zeitlich möglichst genau vorherzusagen. "Jeder Kleingärtner weiß heute, was seinen Tomatenpflanzen droht, wenn sie zu früh ins Freie gesetzt werden", sagt der Planetariumschef. Die Menschen hätten natürlich gesehen, dass die Sonne in der warmen Jahreszeit höher am Himmel steht als in der kalten. "Und als es gelang, kürzere Zeiträume mit Hilfe erster Uhren zu bestimmen, da erkannte man auch, dass am Beginn des Frühlings die Zeit zwischen Sonnenauf- und Untergang ebenso lang war wie die zwischen Sonnenuntergang und erneutem Sonnenaufgang. Noch heute wird dieser Tag, nämlich der Frühlingsanfang, die Tag- und Nachtgleiche genannt", erläutert Gerd Thiele.Um allerdings eine exakte Uhrzeit für den Frühlingsbeginn zu bestimmen, habe es genauerer astronomischer Methoden bedurft. "Als erkannt worden war, dass die Erde eine Kugel ist und die Begriffe Nord- und Südpol sowie Äquator bestimmten Orten auf der Erde zugeordnet werden konnten, sollte eine Orientierung auch am Sternenhimmel ermöglicht werden", berichtet der Fachmann. So entwarfen Astronomen, die sich auch in der Geometrie zurechtfanden, Sternenkarten, in denen der Äquator der Erde an die Himmelskuppel projiziert war, sagt Thiele. "Dieser Himmelsäquator teilt den Himmel in einen südlichen und einen nördlichen Bereich, so wie der Erdäquator die Erde in eine Süd- und eine Nordhalbkugel teilt."Zeichne man in diese Karten den Verlauf der Sonne ein und berechne, wann sich die Sonne genau wo befinde, so finde man einen Punkt, an dem die Sonne von der südlichen Himmelshälfte auf die nördlich über den Himmeläquator hinweg wandere. Das passiere in diesem Jahr eben am heutigen 20. März um 12.42 Uhr. Der Punkt auf dem Himmelsäquator, den die Sonne dabei berühre, heiße Frühlingspunkt. Vor etwa 3500 Jahren, als diese Berechnungen das erste Mal angestellt worden seien, habe sich an dieser Stelle des Himmels das Sternbild Widder befunden. Bis heute sei der Frühlingspunkt ein Sternbild weitergerückt, sodass die Sonne zum heutigen astronomischen Frühlingsanfang vor dem Sternbild Fische stehe.