Tja, das ist wirklich ein hartes Brot: Als Pendler in dicht besetzte Züge drängen, um in der Provinz eine hohe berufliche Pflicht zu erfüllen. Wo kommen wir denn da hin, nach Cottbus?  Bloß nicht, klingt es prompt  hysterisch durchs Land. Bloß gut, dass wir Cottbuser  darüber lachen gönnen. Nicht ohne Häme freilich, denn  von Kernerarbeit oder Unzumutbarkeit kann  wahrlich keine  Rede sein, wenn ein Ministerium von Potsdam nach Cottbus zieht.  Im Gegenteil, das ist echte Volksnähe und noch viel zu klein gedacht. Trotzdem sind wir großzügig und antworten auf unwillkürliche Offenbarungen zum Stellenwert von Cottbus durchaus einsichtig. Denn die Einladung, auch über einen Standort in Bahnhofsnähe,  am Viehmarkt, nachzudenken, war nicht die nobelste. Hat es der Potsdamer doch mehr mit Havelwasser und Schlössercharme. Eines aber hat er als Beamter im Staatsdienst auch: Er hat sich zum Dienst am Volk verpflichtet. Das freilich ist kein Wunschkonzert. Darum schlagen wir  vor, lieber nicht nach Cottbus zu pendeln, sondern gleich hier zu wohnen. Für Familien von 150 bis 250  Landesbediensteten  haben wir hier locker Platz.  Der darf und wird sogar etwas kosten. Es soll ja niemand sagen, Cottbus ist nichts wert.  Wer das nicht mag, sollte sich nicht zum Dienst  am Volk verpflichten (lassen) und – von triftigen Gründen einmal abgesehen – keinen Job im Ministerium bekommen.