Landes- und Lokalpolitik hatten der Messe einen schweren Rucksack an Erwartungen aufgepackt. „Handwerk hat weiter goldenen Boden“ , verkündete Brandenburgs Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns und forderte zu Optimismus auf. Oberbürgermeisterin Karin Rätzel sah nach schweren Jahren die Talsohle erreicht, nun werde es aufwärts gehen. Sie begründete das mit 1600 Firmengründungen 2004 und der Tatsache, dass es damit 500 Anmeldungen mehr als Abmeldungen gab.
Die Erwartungen der Beteiligten hat die Messe erfüllt. „Die Ausstellung ist gut gelaufen, nur am Samstag hätten wir uns einige Besucher mehr gewünscht“ , meinte der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Cottbus, Knut Deutscher.
„Die Aussteller sind zufrieden, die Besucher sind zufrieden, da kann es die CMT auch sein“ , betonte der Geschäftsführer der Congress Messe und Touristik GmbH, Bernd Koch. „Der Ausstellerabend und die Auswertung hunderter Besucherfragebögen haben keine negativen Meinungen ergeben. Gelobt wurde die Vielfalt des Rahmenprogramms mit Showtanz, Musik, Vorträgen, Kinderballett und Comedy sowie die gute Atmosphäre. Besonders freut uns, dass 60 Prozent der Schaulustigen bei den Handwerkern bestellen wollen. Die meisten Gäste nahmen sich viel Zeit, um zu schauen und sich zu informieren.“ Von einem Zeichen des Aufschwungs wollte Bernd Koch noch nicht sprechen. „Die Hallen waren rappelvoll, die Ausstellerzahl lag deutlich höher als 2004. Zwei gelungene Tage reichen aber für Aussagen zur Wirtschaftsentwicklung nicht aus.“
Besonders stark waren Baufirmen, Ausbau- und Einrichtungsunternehmen vertreten. Rund die Hälfte der Meister war nach Angaben des CMT-Geschäftsführers schon in den Vorjahren dabei, die anderen stellten sich erstmals vor. „Damit halten wir die Balance zwischen Kontinuität, die bei Kunden Vertrauen für Bestellungen schafft und der nötigen Neuheit“ , sagte Bernd Koch. Diesen Kurs behalte die CMT bei anstehenden Veränderungen gemeinsam mit der Sparkasse Spree-Neiße und der Handwerkskammer bei.
„Schön, dass so viele Besucher kamen, die Handwerker sich präsentieren konnten und Aufträge angebahnt werden konnten“ , meinte Dieter Wilk aus Drebkau. „Ich bin Unternehmer und kenne die schwierige Lage der regionalen Wirtschaft. Viele Menschen können oder wollen keine großen Summen ausgeben, sind arbeitslos oder haben Angst, es zu werden.“
„Das Rahmenprogramm mit den Modenschauen der Cottbuser Schneider-Innung sowie den Friseur- und Modevorführungen aus Zielona Gora hat mir gut gefallen. An den Ständen wurde gut beraten“ , meinte Angelika Lehnert. „Ob wir uns einige der Möbel, die wir angeschaut haben kaufen, weiß ich aber noch nicht genau.“
„Die Handwerkerausstellung ist den finanziellen und zeitlichen Aufwand wert“ , schätzte Tischlermeister Guntram Bialas ein. „Ich bin das 14. Mal hier. Es gab an beiden Tagen viele Gespräche, die in der Zukunft zu Aufträgen führen werden. So hatten wir vor Weihnachten Bestellungen, bei denen sich Kunden auf Besuche der vorjährigen Messe beriefen“ , erzählte der Meister. Er setzt auf individuelle Lösungen für Dachgeschossausbau, die Nutzung von Schrägen, Erkern und Ecken durch Spezialmöbel.
Auf die bei der Messe angebahnten Kontakte hofft auch Christiane Simon. Ihr Betrieb renoviert Türen, Treppen und Küchen, widmet sich Bleibandverglasungen, Spiegeln und Neuanfertigungen. „Einen schnellen Aufschwung erwarte ich nicht. Viele Kunden sind älter, halten wegen steigender Ausgaben ihr Geld zusammen. So eine Messe ist daher wichtig, um Kaufentscheidungen vorzubereiten.“

Hintergrund Fakten zur Ausstellung
 An der Ausstellung beteiligten sich 202 Firmen. Im Vorjahr waren es 174. Die beiden Messehallen mit rund 10 000 Quadratmetern Fläche waren ausgebucht. Wie im Vorjahr kamen wieder sechs polnische Aussteller. Die CMT hatte das Bühnenprogramm erweitert und bunter gestaltet, um weitere Anreize für einen Besuch und ein längeres Bleiben zu schaffen.