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Turmuhr im Zwangsurlaub

Die Uhr im Spremberger Turm enttäuscht mal wieder. Touristen schütteln den Kopf, die Cottbuser kennen das schon.

Die zweite Woche steht die Turmuhr still. Wie die Zahnärztin, der Museumsleiter, der Lieblingsbäcker und ein Teil der Bauhofmitarbeiter hat auch der Uhrmachermeister Ingo Zimmer aus Fredersdorf einfach mal Urlaub. Und einen Uhrmacher-Ersatz heranholen, das wollte die Stadt nicht: Vertrag sei Vertrag. Zudem ist die Turmuhr eine ganz spezielle alte Dame. Am Dienstag in der nächsten Woche wird Ingo Zimmer aber kommen - frisch aus den Ferien - und sich wieder einmal seinem Cottbuser Sorgenkind widmen. Wie Benjamin Andriske, Vizechef des Turmvereins, ankündigt, soll der Schaden nicht groß sein. Die Chance ist groß, dass sich die Zeiger gleich am Dienstag wieder drehen. Nicht die Feder hat es entschärft. Sondern die drei Gewichte haben sich nur mal wieder gelöst. "Vorsichtig aufziehen können wir die Uhr, darin hat der Uhrmachermeister hier Leute angelernt. Aber die Gewichte wieder einfädeln - soweit waren wir im Kurs noch nicht", so Andriske seufzend. Dass die Uhr steht, ist peinlich. Aber die Zeiten der Urlaubsvertretungen sind lange vorbei. Und mit der Redewendung von den Uhren, die heute anders ticken, kann ich Ihnen auch nicht mehr kommen. Sie ticken kaum noch.