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Cottbuser Flugplatzmuseum
Tupolew zeigt sich jetzt den Besuchern

Herausforderung kurz vor dem Ziel: Beim Passieren des Museumstors hatten die Lkw-Fahrer Zentimeterarbeit zu leisten.
Herausforderung kurz vor dem Ziel: Beim Passieren des Museumstors hatten die Lkw-Fahrer Zentimeterarbeit zu leisten. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Das Flugplatzmuseum Cottbus hat ein neues Aushängeschild. Mit einer Tupolew 134 der sowjetischen Fluggesellschaft Aeroflot, die später in der DDR zur Ausbildung von Antiterroreinheiten verwendet wurde und nach der Wende in Privatbesitz kam, ist am frühen Dienstagmorgen das bisher größte Ausstellungsstück im Museum gelandet. Ulrike Elsner

"Die TU 134 ist das 47. Luftfahrzeug in unserem Bestand", sagt Projektleiter Enrico Peiler. Allein die Demontage der Maschine im Garten eines Gasthofs im mecklenburgischen Grünz war eine Herausforderung. "Wir haben im März begonnen und das Gros der Arbeiten an fünf Tagen im Juli erledigt", so Peiler. Am alten Standort in Grünz mussten eine Behelfsstraße gebaut, Bäume gefällt und ein Storchennest umgesetzt werden. Am Montag wurden vier Tieflader eines Schwarzheider Spediteurs beladen: mit dem 33 Meter langen und 14 Tonnen schweren Rumpf, den sechs Meter breiten Tragflächen, den Fahr- und Trieb- und Leitwerken. Punkt 22 Uhr setzte sich der Konvoi, begleitet von der Polizei, in Bewegung. "Alles lief wie am Schnürchen", berichtet der Projektleiter. Lediglich die Verkleidungen des Seitenleitwerks erwiesen sich trotz vorheriger Messungen als zu hoch und mussten kurzerhand abgetrennt werden. Auch die Autobahnabfahrt in Vetschau sowie die Fahrt durch Kolkwitz und Zahsow hat den Spediteuren alles abverlangt. Trotzdem passierte der Konvoi gegen 4.30 Uhr und damit sogar etwas früher als geplant das Museumstor an der Dahlitzer Straße.

Auch wenn noch viel zu tun ist, ist mit der Ankunft der TU 134 von den Mitgliedern des Vereins Flugplatzmuseum Cottbus eine Last abgefallen. "Die Restaurierung der Maschine wird Jahre dauern", ist sich Projektleiter Peiler sicher. Doch eine Besucherattraktion dürfte das Flugzeug schon jetzt sein. Schon am heutigen Mittwoch sollen die Baugruppen an ihrem künftigen Standplatz auf dem östlichen Außengelände gut sichtbar positioniert werden. Was auch die Besucher der Plastmodellausstellung am 29. Oktober freuen wird.

Für den Verein ist die Anschaffung der TU 134 allerdings eine finanzielle Herausforderung. "Zum Kaufpreis von 10 000 Euro kommen Nebenkosten in dreifacher Höhe", konstatiert Enrico Peiler. Der Verein sei auf weitere Spenden angewiesen, zumal die Instandsetzung zusätzlich zu Buche schlage.

Aber die Maschine gehöre einfach in dieses Museum. "Als ein Freund uns Bilder von der Maschine zeigte, war uns sofort klar, dass wir sie als unser Großexponat haben wollten", so der Projektleiter. "Wegen ihrer Geschichte und wegen des Bezugs zum Cottbuser Flugplatz." Ein baugleiches Flugzeug hatte wiederholt Angehörige der Fla-Raketentruppen von Cottbus zum Raketenschießen in die UdSSR transportiert. Enrico Peiler: "Dass wir die Maschine bekommen haben, war ein Glücksfall."