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| 20:35 Uhr

Cottbuser Bahnhof
In drei Minuten bis zur Innenstadt

Schätzungsweise 300 Menschen wollten am Mittwochabend bei der offiziellen Erstbegehung des neuen Tunnels dabei sein.
Schätzungsweise 300 Menschen wollten am Mittwochabend bei der offiziellen Erstbegehung des neuen Tunnels dabei sein. FOTO: LR / Angelika Brinkop
Cottbus. Im Cottbuser Bahnhof ist am Mittwochabend der neue Tunnel freigegeben worden. Von Peggy Kompalla

Großer Bahnhof für den Cottbuser Bahnhof. Dabei ist er noch immer eine Großbaustelle. Trotzdem wurde am Mittwochabend zu recht gefeiert. Mit der Freigabe des durchgehenden Tunnels erfüllt sich ein lang ersehnter Wunsch der Cottbuser, den sie seit den 70er-Jahren träumten. Nun ist er Wirklichkeit. Zur Eröffnung drängelten sich dann auch schätzungsweise 300 Menschen, um bei der Erstbegehung dabei zu sein. In drei Minuten gelangen Fahrgäste fortan vom Empfangsgebäude zum Ausgang in Richtung Innenstadt. Für den alten Spreewaldtunnel ist das allerdings das Ende. Er ist ab Donnerstag gesperrt und soll verfüllt werden.

Tunnel-Eröffnung in Cottbus FOTO: LR / Angelika Brinkop

Deshalb fiel es Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) auch nicht schwer, die Worte zu finden: „Das ist ein wunderbarer Tag für Cottbus.“ Verkehrsministerin Kathrin Schneider (SPD) erklärte ihn gar zu einem Feiertag. „Der Tunnel ist eines der Kernprojekte des Bahnhofsumbaus“, erklärte sie. Das Land unterstützt den Bahnhofsumbau immerhin mit 18 Millionen Euro – es ist das größte Infrastrukturprojekt in Südbrandenburg. Die Ministerin verbindet mit dem neuen Tunnel wichtige Impulse für die Stadtentwicklung. „Das ist eine Riesenchance für das Quartier vom Viehmarkt bis hin zum Staatstheater.“ Sie ist sich sicher: „Das wird Cottbus nach vorn bringen.“

Exklusiver Blick in den neuen Cottbuser Personentunnel FOTO: Frank Hilbert

Friedemann Keßler, Regionalleiter Ost bei der DB Station & Service, erinnerte sich an die ersten zähen Verhandlungen für das Projekt und fand schließlich nur lobende Worte für die Zusammenarbeit mit der Stadt. Alle Beteiligten sind demnach im Zeit- und Kostenrahmen geblieben. Das sei keine Selbstverständlichkeit. „Der Tunnel ist ein passender Baustein für den Bahnhof“, betonte Keßler. Die Deutsche Bahn steckt derzeit noch mitten in der Sanierung der Bahnsteige. Deshalb ist der Tunnel ab Bahnsteig 6 weiterhin eine Baustelle. Das macht gut ein Drittel aus. Die Bahn bringt derzeit die Bahnsteige 4/5 auf Vordermann. Mit Abschluss der Bahnsteigsanierung Ende nächsten Jahres wird der Tunnel dann auch ein einheitliches Bild abgeben.

Für einen dürfte der Freigabe eine besondere Genugtuung gewesen sein. Joachim Schreck hatte mit einer Unterschriftensammlung den Anstoß für den Bau des durchgehenden Tunnels gegeben. Am Mittwoch durfte er neben Oberbürgermeister und Ministerin auf den Lichtknopf drücken.