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Tunnelblick am Cottbuser Bahnhof

Die RUNDSCHAU-Leser stehen mitten im neuen Tunnel direkt hinter der grauen Tür am Ende des bestehenden Personentunnels. Dort wo der Himmel zu sehen ist, wird auch künftig Licht durch ein Glasdach in das Bauwerk dringen.
Die RUNDSCHAU-Leser stehen mitten im neuen Tunnel direkt hinter der grauen Tür am Ende des bestehenden Personentunnels. Dort wo der Himmel zu sehen ist, wird auch künftig Licht durch ein Glasdach in das Bauwerk dringen. FOTO: Kompalla
Cottbus. Die Sommertour ist am Donnerstag mit den RUNDSCHAU-Lesern auf Baustellen-Inspektion im Bahnhof gewesen. Dabei gab es gleich mehrere exklusive Tunnelblicke. Peggy Kompalla

Helm und Sicherheitsweste müssen sein. Schließlich geht es auf eine Baustelle. Diesmal richtig. Bei der Sommertour gibt nicht nur einen fernen Blick aufs Baufeld, wie es derzeit jeder Bahnhofsbesuch ermöglicht. Die Baustelle auf dem Cottbuser Bahnhof ist nicht nur die größte, sondern auch die öffentlichste Baustelle der Stadt. Entsprechend groß ist die Neugierde bei den Menschen. Und ja, es geht dann auch direkt in den neuen Tunnelteil. Der beginnt hinter einer unscheinbaren grauen Tür.

"Wir gehen aber nicht direkt durch", sagt Jürgen Härtner. Als Gesamtprojektleiter bei der Deutschen Bahn ist er Herr über die Baustelle. Er erklärt: "Direkt hinter der Tür ist gerade ein Loch." Also geht es über eine abenteuerlich-wacklige Leiter von oben hinunter. Dort sind gerade zwei Mann mit der Installation einer Hebeanlage beschäftigt. Sprich: einer Pumpe. Damit wappnet sich die Bahn für den Fall, dass der Tunnel bei Stark-regen voll Wasser laufen sollte. Berlin hat das gerade jüngst zweimal erlebt.

Die Sommertourler lernen, dass der Tunnel gar nicht in klassischer Tunnelbauweise errichtet wird. Schließlich wird in Cottbus kein unterirdischer Hohlraum in den Boden getrieben. Vielmehr heben die Bauarbeiter abschnittweise den Boden aus. Dann werden Stahlbetonwände und -decken errichtet. Die Stadt hat ihren Teil bereits fertiggestellt. Im März trafen beide Tunnelbaustellen - von Stadt und Bahn - planmäßig aufeinander. Trotzdem gibt es auch für die Stadt noch jede Menge zu tun.

Am neuen Nordausgang steht die Bewährung für das Dach. Maik Hauzenberger lenkt den Blick der Sommertourler darauf. Er ist bei der Stadt Projektleiter für die Baustelle und erzählt, wie der Platz künftig aussehen wird. Er berichtet von Bäumen, überdachten Fahrradständern, Leuchten und Klinkerwänden. "Im Herbst 2018 können Sie dann hier durchlaufen", verspricht er. Bis dahin bleibt der Spreewaldtunnel offen. Sein Schicksal ist besiegelt. Er wird verfüllt.

Am Ende des Tunnels ist sogar schon Licht zu sehen. Das ist der Zugang zu Bahnsteig 9 / 10. Den hat die Bahn schon komplett erneuert. Im Juni war Freigabe für das erste nigelnagelneue Stück Cottbuser Bahnhof. Das Aussehen kommt bei den Sommertour-Besuchern gut an. Elegantes Dunkelgrau dominiert. Derzeit steht schweres Gerät am Bahnsteig 7 / 8. Der wird nicht nur erneuert, sondern auch verbreitert. Dafür müssen mehrere Gleise verlegt werden. Das ist besonders gut vom Bahnhofsberg zu sehen.

Jürgen Härtner erklärt die Schwierigkeit: "Wir bauen hier unter dem rollenden Rad. Wir können immer nur einen Bahnsteig für ein halbes Jahr außer Betrieb nehmen." Im Jahr 2019 kommt der letzte dran - Bahnsteig 1.