Am 6. März kam es zum Rendezvous beider Baustellen. Auf dem Vorplatz ist bereits die neue Struktur des künftigen Verkehrsknotens gut zu erkennen. In Richtung Bahnhofsberg und -kreuzung sind die neuen Trassen für die Straßenbahngleise abgesteckt. Noch stört die größte Baustelle der Stadt den Verkehr kaum. Das wird sich ab den Sommerferien ändern.

Bis zum Herbst ist der Tunnel mit dem Ausgang in Richtung Norden fertig, berichtet Maik Hauzenberger. Er ist der Projektleiter für die Bahnhofsbaustelle im Rathaus. Ab Herbst geht es dann an die Gehaltung des Bereichs. Dazu gehören ein Dach und neue Fahrradständer genauso wie die Wegführung über die Ladestraße bis zur Güterzufuhrstraße. "Der Tunnel soll ab Sommer 2018 nutzbar ist. Das ist die grobe Zielrichtung", sagt Hauzenberger. "Erst dann geht der alte Spreewaldtunnel außer Betrieb." Sowohl die Stadt als auch die Bahn liegen demnach im Zeitplan.

Wie das angrenzende Areal im Norden gestaltet werden soll, wird derzeit in Varianten untersucht. In die Betrachtung werden auch die Stellplätze einbezogen. Bislang pachtet die Stadt von der Bahn ein Grundstück für die 160 Parkplätze am Spreewaldtunnel. "Bis zum Jahr 2019 steht uns die Fläche zur Verfügung. Bis dahin müssen wir eine Entscheidung treffen", erklärt der Projektleiter.

Auf dem Vorplatz ist nach den Tiefbauarbeiten bereits heute die künftige Struktur des Verkehrsknotens zu erkennen. Die Baufahrzeuge sausen bereits auf den künftigen Fahrbahnen entlang. Die zentrale Straßenbahnhaltestelle mit den zwei Bahnsteigen ist zu erkennen, die Kurzzeitparkplätze werden sogar schon gepflastert, genauso wie der Gehweg vom Bahnhofsberg in Richtung Bahnsteig 1. Der Weg wird als erstes Teilstück für die Fahrgäste freigegeben - diesen Sommer.

Die Borde für die neuen Straßenbahntrassen liegen fest im Boden. Vom Bahnhofsberg bekommen Passanten bereits einen guten Eindruck von der künftigen Ein- und Ausfahrt der Straßenbahnen auf den Vorplatz. Die einstige Böschung ist schon soweit abgeflacht, dass die Straßenbahnen künftig nicht in Schussfahrt auf den Vorplatz rauschen.

Die Autofahrer kommen bislang relativ unbehelligt um Cottbus' größte Baustelle herum. Das ändert sich ab den Sommerferien, kündigt Projektleiter Hauzenberger an. "Dann wird eine Weiche auf der Bahnhofskreuzung eingebaut, damit die Straßenbahnen nach Sachsendorf fahren können." Im Anschluss wird die Bahnhofsbaustelle dann auch auf die Straßenflächen rundherum vorrücken - das betrifft sowohl die Bahnhofsstraße als auch die Vetschauer Straße.

Zum Thema:
Der Bahnhof Cottbus wird bis zum Jahr 2020 modernisiert. Die Stadt investiert 18 Millionen Euro und verwandelt den Vorplatz in einen Verkehrsknoten für Bus, Bahn und Auto. Darüber hinaus wird der Personentunnel in Richtung Norden verlängert. Die Deutsche Bahn erneuert die Bahnsteige und den Tunnel für insgesamt 30 Millionen Euro.