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Türen zerstört und Orden geklaut

Berndt Belger ärgert sich über den Einbruch in das militärhistorische Museum Kolkwitz. Die Kolkwitzer Bunkerfreunde beklagen den Verlust von Medaillen, Ausrüstungsgegenständen und Modellen. Zudem sind Türen und Schlösser zerstört.
Berndt Belger ärgert sich über den Einbruch in das militärhistorische Museum Kolkwitz. Die Kolkwitzer Bunkerfreunde beklagen den Verlust von Medaillen, Ausrüstungsgegenständen und Modellen. Zudem sind Türen und Schlösser zerstört. FOTO: Hirche/jul1
Kolkwitz. Gleich zweimal seit letzter Woche wurde das militärhistorische Museum im Kolkwitzer Technologiepark von Einbrechern heimgesucht. "Das erste Mal haben wir es bemerkt, weil wir uns jeden Dienstagabend hier treffen. jul1

Da waren zahlreiche Türen im Kopfbau dieses ehemaligen Bunker-Gefechtsstandes der 1. Luftverteidigungsdivision der DDR aufgebrochen", erklärt Berndt Belger, der Schatzmeister des Bunkervereins. Der zweite Einbruch wurde durch Zufall entdeckt, weil ein Leihexponat zurückgebracht wurde. Auch diesmal fehlten wahllos ausgewählte Gegenstände des Museums: Uniformen, Taschen, Automodelle, Orden, Ausrüstungsgegenstände der Soldaten, die hier tätig waren. "Für uns sind das natürlich Ausstellungsgegenstände, die nun in unserer Sammlung fehlen. Das ist sehr ärgerlich", betont Vereinsmitglied Steffen Logsch. Den Schatzmeister berühren aber auch die Kosten, die nun für die Tür- und Schlösserreparaturen notwendig sind.

Beim Vereinstreffen in dieser Woche wurde mit der Schadensbeseitigung begonnen. Zudem sind Sicherungssysteme eingebaut worden, die es zukünftigen Einbrechern fast unmöglich machen wird, hier etwas zu stehlen. "Außerdem haben wir unsere Freunde in anderen Vereinen, sowie Freunde unseres Metiers informiert, was bei uns weggekommen ist. Da wir davon ausgehen, dass das bei uns Gestohlene ganz sicher irgendwo zum Verkauf angeboten wird, hoffen wir auf die Wiederbeschaffung des Diebesguts", erklärt Berndt Belger.

Das militärhistorische Museum in Kolkwitz befindet sich im Areal des DDR-Bunker-Gefechtsstandes der 1. Luftverteidigungsdivision. Von der dreigeschossigen Bunkeranlage aus wurde der südliche Luftraum der DDR und befreundeter Nachbarländer beobachtet und gesichert. In diesem Sommer jährte sich zum 50. Mal die Inbetriebnahme der Anlage. Die 16 Mitglieder des hier ansässigen Vereins warten die Anlagen, haben sie seit ihrer Vereinsgründung wieder auf Vordermann gebracht. Fehlendes wurde ergänzt. Bis 1991 betrieb die Bundeswehr noch diese Einrichtung, dann wurde sie zweckentfremdet. Flüchtlinge zogen in den Kopfbau ein, die BTU lagerte im Bunker später Sprengstoff. Ende der 90er Jahre war alles marode, vieles war abmontiert und beiseitegeschafft. Seit 2004 kümmern sich nun die Vereinsmitglieder um den Erhalt dieser historischen Anlage.

Jeden 3. Sonnabend im Monat ist das Museum von 9 bis 12 Uhr geöffnet, das nächste Mal am 16. September. Die Vereinsvertreter organisieren dann Führungen. Gruppen können sich auch zu anderen Terminen anmelden, Telefonnummer: 0174 7486688.