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Trüber Tag und motivierte Helfer

Und jetzt wird gezählt: Die Wahlhelferinnen Mandy Zimmer (re.) und Doreen Zimmermann leeren in der Pestalozzi-Schule die Wahlurne aus.
Und jetzt wird gezählt: Die Wahlhelferinnen Mandy Zimmer (re.) und Doreen Zimmermann leeren in der Pestalozzi-Schule die Wahlurne aus. FOTO: Jenny Theiler
Cottbus. Die Einweisungen sind abgeschlossen, jeder Wahlhelfer kennt seine Aufgabe, das Wahllokal kann nun offiziell geöffnet werden. Diese Prozedur dürfte am gestrigen Wahlsonntag in jedem der insgesamt 85 Wahlbezirke in Cottbus ähnlich abgelaufen sein. Jenny Theiler

So auch in Neu Schmellwitz.

Es ist kalt, nass und bedeckt, als die 21. Grundschule an der Willi-Budich-Straße ihre Türen öffnet. Dennoch trotzen viele Bürger aus Neu Schmellwitz und Saspow dem schlechten Wetter und kommen teilweise noch vor dem Frühstück vorbei, um ihre Kreuze zu setzen. Horst Schröder ist der Erste, der im Wahllokal 04110 seine Stimme abgibt. "Ob ich nun um acht Uhr komme oder erst um zehn, war mir egal. Aber ich wollte lieber ein bisschen eher da sein, bevor der große Ansturm kommt", sagt der 56-Jährige, der auf einen Ansturm hofft. Eine junge Mutter ist derselben Ansicht. "Ich muss gleich zur Arbeit und danach schaffe ich das nicht mehr", sagt die Callcenter-Mitarbeiterin. "Ein bisschen möchte man ja schon mitreden", so die Schmellwitzerin.

"Der Betrieb wird heute ständig in Bewegung bleiben. Langweilen werden wir uns bestimmt nicht", weiß Werner Meschkank aus vorherigen Wahljahren. Der Kurator des wendischen Museums ist der Wahlvorsteher für das Lokal 04201, das für den Ortsteil Saspow zuständig ist. "Die Saspower sind in puncto Wählen schon sehr vorbildlich", lobt Wahlhelfer Dan Hoffmann seinen Ortsteil. Von ungefähr 600 Wahlberechtigten haben sich immerhin schon 121 Bürger für eine Briefwahl entschieden - das sind rund 20 Prozent. Bis neun Uhr haben 15 Bürger aus Saspow ihre Stimme abgegeben. Die Stoßzeiten seien meistens vormittags und dann nach dem Mittagessen, dann werde es noch mal richtig voll werden, sagt Meschkank.

Die sieben ehrenamtlichen Helfer aus dem Bezirk Saspow kennen sich noch nicht, haben aber bereits Erfahrung als Wahlhelfer sammeln können. "Ich mache das heute freiwillig, weil ich es für wichtig halte, dass so eine Wahl auch von Bürgern organisiert wird", erklärt Dan Hoffmann, der schon mal eine Wahl unterstützt hat. Auch wenn der Tätigkeitsbereich eines Wahlhelfers nicht sonderlich umfangreich wirkt, so müssen dennoch auf Sorgfalt und Konzentration geachtet werden. "Man muss aufpassen, dass die Wahlzettel nicht zusammenkleben, wenn man sie den Leuten aushändigt. Es ist auch schon passiert, dass einige versehentlich ihre Ausweise mit in die Urne werfen", erinnert sich Werner Meschkank. In solchen Situationen ist Geduld und Empathie gefragt.

Das kann auch Heike Gärtner vom Wahllokal 04108 bestätigen. Die Schmellwitzerin fühlt sich für die Bürger verantwortlich und kann mittlerweile auf eine zwanzigjährige Karriere als Wahlhelferin zurückschauen. "Diesen Job sollte man nur machen, wenn man sich auch wirklich für die Bürger interessiert", sagt die stellvertretende Vorsitzende. Man dürfe den Bürger nicht im Regen stehen lassen, wenn er unsicher ist und doch noch ein paar Fragen hat. Es sei außerdem wichtig, für eine angenehme Atmosphäre zu sorgen, sowohl für die Wähler als auch die Helfer, denn in der Turnhalle der Pestalozzi-Schule geht es schon etwas lauter zu. Die Pausen werden sorgfältig abgestimmt und für eine angenehmere Arbeitsatmosphäre hat Heike Gärtner sogar ein großes Blech Kuchen gebacken. "Man kennt sich ja schon seit vielen Jahren. Wir sind ein eingespieltes Team und haben bis jetzt alles im Griff", erzählt die Wahlvorsitzende. Kurz nach elf Uhr haben von 800 Schmellwitzern bereits 193 ihre Stimme im Wahllokal 04108 abgegeben. Heike Gärtner hofft darauf, dass bis 18 Uhr 400 zusammengekommen sind.