Moderator Ralf Jussen fand zu Beginn des Abends die passenden Worte, um den traditionellen Politischen Aschermittwoch der Cottbuser Kammern und der LAUSITZER RUNDSCHAU einzuleiten. Er sprach den Angehörigen der Todesopfer von Bad Aibling im Namen aller Anwesenden sein Beileid aus, wünschte den Verletzten baldige Genesung und dankte den Rettungskräften führ ihren Einsatz. "Die Entscheidung, ob diese Veranstaltung heute stattfinden soll, haben sich die Gastgeber nicht leicht gemacht", so Jussen. "Aber sie wollen eine langjährige Tradition aufrechterhalten."

Clemens Braun, Geschäftsführer der LAUSITZER RUNDSCHAU, konnte am gestrigen Abend Glückwünsche entgegennehmen: Die Zeitung feiert in diesem Jahr ihren 70. Geburtstag. Braun kündigte zu diesem Jubiläum umfangreiche Touren durch die Lausitz an. "Wir werden weiter daran arbeiten, Perspektiven für die Region aufzuzeigen", so Braun. Außerdem plane das Medienhaus eine Transparenzoffensive, um das Vertrauen der Leser zu stärken.

IHK-Präsident Peter Kopf blickt zuversichtlich in die wirtschaftliche Zukunft. "Die Auftragsbücher sind fast überall voll, die Benzinpreise niedrig, das tut den Unternehmen gut." Die Region müsse sich positiv darstellen, optimistisch bleiben. "Gemeinsam müssen wir alles dafür tun, dass die Lausitz unsere Heimat bleibt."

Für die Handwerkskammer Cottbus wagte Vizepräsident Hans-Joachim Waury einen Blick in die Zukunft. "Dem Handwerk geht es gut. Die Leute bauen, rekonstruieren, kaufen. 2016 wird ein gutes Jahr." Probleme aber werde es auch auf lange Sicht mit der Fachkräftesicherung und Fragen der Unternehmensnachfolge geben. Trotzdem ist Waury zuversichtlich. "Wir können in diesem Jahr ein deutliches Plus bei den abgeschlossenen Lehrverträgen verzeichnen. Damit können wir zufrieden sein."

Derart eingestimmt konnten sich die Gäste - unter ihnen Brandenburgs Finanzminister Christian Görke (Linke) - bei Tänzen des Showballetts M. Linzer und des Finsterwalder Männerballetts entspannen. Für musikalische Umrahmung sorgte die Blasmusikkapelle "Happy Big Band".

Dann aber hatte es ein Ende mit der Fortführung langjähriger Traditionen. Wurde früher an dieser Stelle regelmäßig eine kabarettistische Einlage geboten, kündigte nun Dr. Jens Wegmann einen Impulsvortrag zu "dysferziven Chancen grenznaher Regionen" an. Eine Grußbotschaft aus dem portugiesischen Hinterland sollte die Lausitzer einstimmen auf europäische Parallelstrukturen - doch die Videobotschaft blieb ohne Übersetzung. Die anschließende Power-Point-Präsentation wurde von einem Computervirus zerstört und spätestens nach der dritten pseudowissenschaftlichen Phrase wurde klar: Hier war ein Kabarettist am Werke, einer der Extra-Klasse. Er schaffte es mit großer Leichtigkeit, Politiker-Sprech zu entlarven und kam am Ende trotzdem zu dem unwidersprochenen Fazit: "In der Lausitz lebt es sich gut."