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| 19:08 Uhr

Cottbus
Trockenheit fordert die Feuerwehr

 Beim Brand 2018 zwischen Sielow und Dissen an der Alten Schäferei waren neben der Cottbuser Berufsfeuerwehr u.a. Freiwillige Feuerwehren aus Sielow, Gallinchen, Madlow, Sandow und Sachsendorf im Einsatz.
Beim Brand 2018 zwischen Sielow und Dissen an der Alten Schäferei waren neben der Cottbuser Berufsfeuerwehr u.a. Freiwillige Feuerwehren aus Sielow, Gallinchen, Madlow, Sandow und Sachsendorf im Einsatz. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. 26. Delegiertenversammlung des Stadtfeuerwehrverbandes betont Wichtigkeit des Ehrenamtes Von Nils Ohl

Die Cottbuser Feuerwehren haben 2018 insgesamt 269 Brände gelöscht, 1642-mal technische Hilfsleistungen erbracht und dabei  160 Personen unmittelbar gerettet. Dazu kamen noch die Einsätze bei den Waldbränden in der Lieberoser Heide, in Treuenbrietzen und beim Getreide- und Waldbrand in Sielow.  Diese Zahlen wurden bei der 26. Delegiertenversammlung des Stadtfeuerwehrverbandes am 21. Februar genannt.

Das extrem trockene und heiße Klima des Jahres 2018 hat drastisch vor Augen geführt, wie sehr die Feuerwehr – insbesondere die Freiwilligen Feuerwehren – gebraucht werden.

So betont Wolfgang Bialas, Präsident des Stadtfeuerwehrverbandes, in seiner Eröffnungsrede, dass „Vieles im Jahr 2018 mit einer neuen Form der Wertschätzung des Ehranamtes“ zu tun hatte. Die auf den Weg gebrachte Stärkung des Ehrenamtes umfasst materielle und ideelle Maßnahmen. Zu den materiellen gehört die im Juni 2018 einstimmig von den Cottbuser Stadtverordneten beschlossene Satzung über Aufwandsentschädigungen, womit eine ganze Reihe von Angehörigen der Feuerwehr besser gestellt wurden. Noch wichtiger ist das von der Landesregierung entworfene „Prämiengesetz“, das im März im Landtag beschlossen werden soll. Demnach sollen aktive Freiwillige Feuerwehrleute nach jeweils zehn Jahren Dienstzeit eine Prämie von 500 Euro erhalten und jährlich eine pauschale Aufwandsentschädigung von 200 Euro. Dazu kommen Dinge wie neue Funktionsabzeichen oder  ein neues Ehrenzeichen des Stadtfeuerwehrverbandes. Bei der diesjährigen Versammlung wurden etliche Kameradinnen und Kameraden für 50 Jahre treue Dienste in der Feuerwehr ausgezeichnet – und Heiko Malaske bekam das  Ehrenkreuz in Silber des Landesfeuerwehrverbandes für sein ehrenamtlichen Engagement in der Verbandsarbeit.

Angesprochen wurden natürlich auch die Probleme der Wehren. So beklagt Jörg Specht, Leiter der Cottbuser Berufsfeuerwehr, dass es an Personal für die Berufsfeuerwehr und die Rettungsleitstelle fehlt. Hier arbeite man noch an Neubesetzungen. Und Wolfgang Bialas erklärte zur Freiwilligen Feuerwehr: „Es gibt Unzufriedenheit mit länger ausfallender Technik, ausbleibenden Beförderungen, mit dem Murren mancher Arbeitgeber von Kameraden in häufigem Einsatz, mit dem Umstand, dass immer mehr Verantwortung auf immer weniger Schultern abgeladen wird.“ Zudem belaste der Datenschutz die ehrenamtliche Arbeit sehr. Doreen Konzack von der Jugendfeuerwehr schlägt in die gleiche Kerbe: „Niemand weiß, was laut Datenschutz wirklich erlaubt ist.“ Daher habe man von der Website der Jugendfeuerwehr vorsorglich alle Fotos entfernt und zeigt Kinder maximal noch in Rückenansicht.

„Das nehme ich mit“, verspricht der anwesende Präsident des Landesfeuerwehrverbandes Werner-Siegwart Schippel und sprach die Neufassung des Brandenburgischen Brand- und Katastrophenschutzgesetzes an, das noch vor der Sommerpause im Landtag beschlossen werden soll.  Hier fordern die Feuerwehrleute unter anderem, dass stärker auf Stützpunktfeuerwehren gesetzt wird.

Zum Engagement der Stadt Cottbus sagt Ordnungsdezernent  Thomas Berger: „Die finanzielle Lage lässt keine großen Sprünge zu. Aber die getätigten und geplanten Investitionen in die Feuerwehr stehen.“ Die Stadt hat 2018 rund 1,5 Millionen Euro für Einsatzmittel der Feuerwehr ausgegeben – wie neue Löschfahrzeuge, neue Schutzkleidung oder auch Abgasabsauganlagen. Und investiert auch in das neue Gerätehaus Süd für die Wehren von Kiekebusch, Gallinchen, Madlow und Groß Gaglow, das bis Ende 2019 fertiggestellt werden soll.