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Trinitatis: Aller guten Dinge sind drei

Ein Sprichwort lautet "Aller guten Dinge sind drei", das wir hin und wieder bemühen und das uns immer dann einfällt und Mut machen soll, wenn Dinge schon zwei Mal nicht klappten, jetzt aber klappen sollen! Ein italienisches Sprichwort lautet: "Drei Fäden machen eine Schnur." Mit der chinesischen Weisheit kann man es sich ganz gut gehen lassen: "Drei Gläser Wein können alles in Ordnung bringen.

" Sehr realistisch ist: "Drei Haare in der Suppe sind relativ viel, drei Haare auf dem Kopf relativ wenig." Und ein "Dreikäsehoch" bringt uns manchmal ganz liebenswert, aber doch auch nervig, zum Verzweifeln. Der morgige Sonntag trägt in seinem Namen auch die Zahl Drei: Trinitatis. Wie bei einer Triangel, machen drei gleiche Seiten eines Ganzen die Musik: Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist. Christenmenschen glauben so an die dreifache Weise des einen Gottes, der sich den Menschen offenbart und gezeigt hat. Bevor ich mich da in theologische Tiefsinnigkeiten verliere, bleibe ich bei einem Bild: Eine Pflanze zum Beispiel besteht im Großen und Ganzen aus drei Teilen: Wurzel, Stiel und Blüte. Auf der Wurzel gründet alles, sie zieht die Nährstoffe aus dem Boden, um sich und die Pflanze zu ernähren. Sie gibt Halt. Bezogen auf die Dreieinigkeit Gottes könnte die Wurzel einer Pflanze für Gott stehen. Aus ihm erwächst alles Leben. Er gibt Kraft und Sicherheit. Der Stiel sorgt für Stabilität oberhalb des Erdreichs. Durch den Stiel verläuft das Ernährungssystem, bis in die kleinsten Verzweigungen hinein. Umgekehrt transportiert er die aus der Luft aufgenommenen Stoffe bis zur Wurzel hin. Übertragen auf die Trinität Gottes steht der Stiel für den Heiligen Geist. Er ist die Verbindung zwischen Gott und Mensch, er versorgt uns mit Lebensimpulsen von oben und unten. Und die Blüte, sie zeigt die wahre Lebendigkeit der Pflanze. Sie kann sich zur Frucht entwickeln. Damit kommt die Pflanze zu ihrer Bestimmung. Übertragen wir das auf Jesus Christus: Er ist die sichtbar gewordene Kraft und Liebe Gottes. Von dieser Liebe dürfen wir leben. Durch ihn bekommt unser Leben und Sterben eine ganz neue Bedeutung und Ausstrahlung. Also, so wie eine Pflanze verschiedene wichtige Teile hat (Wurzel, Stiel, Blüte), aber dennoch eine Einheit bildet, so ist auch Gott (Vater, Sohn, Heiliger Geist) eine Einheit, denn aller guten Dinge sind drei. In diesem Sinne wünsche ich uns ein gesegnetes Trinitatisfest.