Mehrere Veranstalter setzen nach LR-Recherchen in der Coronakrise auf die Rückkehr der Autokinos. Ein Lausitzer Unternehmer startet ab 24. April am Dresdner Flughafen ein solches Kino, in dem die Besucher im Auto sitzen bleiben und übers Autoradio den Ton zum Film empfangen können.
Weitere Autokinos sollen in Görlitz und Bautzen an den Start gehen. In Weißwasser plant das soziokulturelle Zentrum Telux ein Autokino-Projekt. Das sächsische Staatsministerium für Soziales und Gesundheit befürwortet das. Es gelten allerdings differenzierte Hygieneregeln, wie Ministeriumssprecher Andreas Friedrich der LR sagt. „Es ist auf jeden Fall ratsam, ein ausführliches Konzept zu erarbeiten, dass jederzeit angepasst werden kann“, sagt Friedrich.

Cottbus/Finsterwalde/Lübben/Schwarzheide

Auch in Brandenburg haben Veranstalter in Cottbus, Finsterwalde und Schwarzheide vor, Autokinos für Filmaufführungen, Konzerte oder Lesungen zu nutzen. Brandenburgs Gesundheitsministerium untersagt jedoch Kino-Betrieb und Freizeitveranstaltungen mit Verweis auf die Eindämmungsverordnung gegen die Corona-Pandemie. Gabriel Hesse, Sprecher von Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne), sagt: „Eine Genehmigung von Ausnahmen sieht die Brandenburger Verordnung diesbezüglich nicht vor.“

Bundesnetzagentur zu Autokinos: Eine richtige Welle

Für Autokinos brauchen Veranstalter eine Rundfunklizenz (UKW). Zuständig ist die Bundesnetzagentur in Bonn. Seit dem 1. März 2020 hat die BNetzA laut Sprecher Fiete Wulff bundesweit mehr als 120 Anträge geprüft oder prüft diese. „Das ist eine richtige Welle", sagt Wulff der LR.
Nach Ansicht des Kino-Beauftragten der Medienanstalt Berlin-Brandenburg, Christian Berg, könnten Open-Air-Kinos helfen, das Überleben von Filmtheatern zu sichern. Berg spricht sich dafür aus, bei Genehmigungen keine föderalen Unterschiede zu machen. Kinos seien bundesweit in Schwierigkeiten. „Deswegen wäre es gut, wenn man die Branche hier annähernd gleich behandelt“, sagt Berg der LR.