| 18:57 Uhr

Trail mitten durchs Känguru-Gehege

Der Nachwuchs lugt schon mal aus dem Beutel. Die Bennett-Känguru-Damen bekommen bald einen neuen Mann aus dem Spreewald.
Der Nachwuchs lugt schon mal aus dem Beutel. Die Bennett-Känguru-Damen bekommen bald einen neuen Mann aus dem Spreewald. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Das Känguru-Gehege im Cottbuser Tierpark ist ziemlich groß. Genau das ist das Problem. Die aus-tralischen Beuteltiere sind deshalb oft gut versteckt. Ein Umbau soll das ändern. Danach kommen die Besucher richtig dicht ran. Denn ein Weg wird direkt durch das Gehege führen. Peggy Kompalla

Seit Dienstag können die Tierparkbesucher das Känguru-Gehege nicht mehr aus Versehen rechts liegen lassen. Denn ein neues mannshohes Schild hält die Gäste gleich am Eingang auf. Es ist eine anschauliche Informationstafel, die einen Überblick über die Vielfalt der australischen Beuteltiere gibt. Immerhin leben auf dem fünften Kontinent 60 Känguru-Arten, wie Tierparkdirektor Dr. Jens Kämmerling berichtet. In Cottbus hoppeln sieben Bennett-Kängurus - auch Rotnackenwallaby genannt - durch das geräumige Gehege.

Nur für die Besucher sind sie nicht immer auf Anhieb zu entdecken. "Die Kängurus können sich zurückziehen und nutzen das auch gern", erzählt der Direktor. "Sie gehen hinten ins Schilf und kommen oft erst am späten Nachmittag wieder hervor."

Dieses Versteckspiel soll den Tieren künftig deutlich schwerer fallen, verrät Jens Kämmerling. Denn in den nächsten Wochen werden die Tierpark-Handwerker einen Weg direkt durch das Gehege bauen. Am Ausgang wird ein Steg hergerichtet, der über das Fließ führt, dass das Gehege begrenzt. "Auf dem Wasser bekommen die australischen Pelikane ihr neues Zuhause." So entsteht quasi Klein-Australien.

Mit dieser Veränderung werden die Kängurus gut klarkommen, prophezeit der Chef. "Sie gewöhnen sich schnell an die Besucher. Das habe ich selbst in anderen Tierparks erlebt." Bislang bleiben die Hoppler aber lieber noch auf Abstand. Drei Damen haben einen vollen Beutel. Der Nachwuchs streckt gelegentlich den Kopf in die bisweilen noch frische Cottbuser Luft.

Känguru-Papa in Hoyerswerda

Känguru-Papa Ludwig lebt jedoch nicht mehr in Cottbus. Das Männchen ist im Februar in den Zoo Hoyerswerda umgezogen. Auch sein Sohn bekommt in Gera ein neues Zuhause, erzählt Jens Kämmerling. Natürlich müssen die Damen in Cottbus nicht einsam bleiben, versichert er. "Durch den Ringtausch kommt überall frisches Blut in die Zucht." Ende April kommt der neue Mann mit großem Namen.

Der stammt aus dem Spreewald und heißt Jimba, was eine Anspielung auf Jimbour Station ist. Also der Ort im Nordosten Australiens, von dem aus der berühmte Forscher Ludwig Leichhardt seine erste Expedition im Jahr 1844 startete. Wie es sich für einen großen Namen gebührt, hat Känguru Jimba auch einen bekannten Taufpaten - den australischen Botschafter David Ritchie. Derzeit lebt Jimba noch ganz in der Nähe von Leichhardts Geburtsort Trebatsch - in Zaue am Schwielochsee.

Neuer Mann kommt aus Zaue

Sein Zuhause hat der junge Känguru-Mann im Ferienhaus- und Campingpark Zaue. Heiko Jahn ist dort oberster Touristiker und gehört mit zu den Initiatoren für das Känguru-Gehege, das vor zweieinhalb Jahren errichtet wurde. "Dabei hat uns der Tierpark Cottbus unheimlich geholfen", erzählt er. "Wir hatten sogar Leute zur Ausbildung hier. Jimba ist unser erster Nachwuchs." Die Kängurus seien längst die Publikumslieblinge im Park, bei Schaufütterungen kommen die Menschen recht nah an die Beuteltiere heran. Jimba ist also bestens gerüstet für größere Besuchernähe, die die Kängurus in Cottbus künftig erwartet.

Zaue liegt direkt am Leichhardt-Trail, der fünf Kilometer nördlich in Trebatsch beginnt und in Cottbus im Schloss Branitz endet. Nicht mehr lange und der Tierpark hat seinen eigenen Trail mitten durchs Känguru-Gehege, ist doch das Beuteltier das Erkennungszeichen für den Leichhardt-Trail.

www.tierparkcottbus.de