ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 16:32 Uhr

Spreewald in Aktion
Touristen besuchen den Bauernmarkt in Burg

 Das Wendenkönigspaar Maria und Max nahm am Bauernmarkt in Burg teil, den Hunderte Gäste besuchten.
Das Wendenkönigspaar Maria und Max nahm am Bauernmarkt in Burg teil, den Hunderte Gäste besuchten. FOTO: Marion Hirche
Hunderte Gäste schauen sich bei den Ausstellern um.

Am Wochenende fand die 18. Auflage des Handwerker- und Bauernmarktes in Burg statt. Hunderte Besucher nahmen diese Chance wahr. Zu ihnen gehörten auch Annette und Erdmann Köthke aus Dessau. Am Stand der Wäscherinnen von der Spiel- und Trachtengruppe Briesensee schauten sie Renate Haacke und Brigitte Koburth gespannt zu, wie sie Omas gute wollene Unterhosen auf dem Waschbrett schrubbten und dann mit der Spülglocke bearbeiteten. Annette Köthke berichtete: „Wir machen Urlaub hier und waren am Mittwoch im Heimatmuseum Dissen. Dort haben wir den Jubel der Dissener über ihre Goldmedaille beim Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ mit erlebt und haben viel über das frühere dörfliche Leben anhand der Exponate gesehen. Heute erleben wir einiges davon hier auf dem Markt in Funktion. Das ist toll.“

Ostereiermalerinnen, Seiler, Maler, Kalligraphieschreiber mobile Sägewerkbetreiber, Muldenbauer, Töpfer, Filzer: Sie alle boten ihre Produkte an. Manche Aussteller führten auch deren Entstehung vor. Zu sehen war nun schon traditionell, wie Erhard Merkel aus Friedrichshain schmiedet, wie Schilfdächer gedeckt werden. Wie Leinöl früher nach dem Krieg per Hand gepresst wurde, wurde von Raik Schmidt von der Straupitzer Mühle vorgeführt. Die Trachtengruppe Nowa Niwa zeigte die Flachsbearbeitung inklusiver zünftiger Brotzeit mit Butterbemme und Grützwurst. Die Lindenauer bewiesen einmal mehr, dass sie Meister im Erntekroneflechten sind. Die Mitglieder des Heimat- und Trachtenvereins Burg zeigten das Heuschoberpacken und brachten auch einige Trachtenträgerinnen, die sonst etwas vermisst wurden, auf den Platz. Besonders umlagert waren die Lebensmittelanbieter: die Stände der Gemüsebauern mit Gurken, Zwiebeln. Kartoffeln, Tomaten, Dill und Petersilie. Gurken, egal, ob frisch, als Einleger, als Senf- oder Salzgurke waren Objekt der Neugierde. Aber auch Kuchen und Brot frisch aus dem Holzofen, Spreewälder Fleisch- und Wurstwaren fahnden reißend Abnehmer.

Die Kinder fühlten sich vor allem von ausgestellten Tieren angezogen, Ziegen, Minischweine und Schafe von der „Rollenden Arche Noah“, Alpacas von der Alpaca Finca in Raddusch und Enten von Kaninchen vom Burger Kleintierzuchtverein.

Singender Spreewaldwirt

Familien verfolgten auch das Bühnenprogramm; die Interviews der Moderatorinnen mit Marktgestaltern, die Musik von Blasmusikformationen und die Tänze von Gruppen aus Peitz und Cottbus. Der Singende Spreewaldwirt Günni, die Band Backfire und das Akustik Rock Duo fanden ihre Fans, und die Gäste schlemmten an den Ständen rings um die Bänke. Mancher freute sich über einen Gewinn in der Tombola. Sonja und Steffen Bollow stammen aus Mecklenburg-Vorpommern. Sie halten sich für eine Urlaubswoche in Burg auf. „An unserem letzten Tag erleben wir nun hier noch sowas Tolles“, sagte Steffen Bollow. „Wir haben uns beim Sensenfachmann Klaus-Dieter Müller einen Wetzstein mitgenommen. Außerdem holen wir jetzt noch frisches Gemüse, das ist so lecker.“

Alexander Mieth aus Senftenberg freute sich über Leinölsoße auf dem Bioeis: „Ich esse Leinöl für mein Leben gern.“ Das Wendenkönigspaar Maria und Max warb mit viel Lächeln für die nächsten Veranstaltungen in Burg: den Töpfermarkt am letzten Juliwochenende und die Lange Nacht der Kunst- und Handwerkerhöfe am ersten Augustsonnabend.