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| 02:44 Uhr

Tomasz Konradowski baut Stein um Stein für eine gute Zukunft

Mit Stolz präsentiert sich der angehende Tiefbaufacharbeiter vor seinem Mosaik, das Polens Wappen darstellt.
Mit Stolz präsentiert sich der angehende Tiefbaufacharbeiter vor seinem Mosaik, das Polens Wappen darstellt. FOTO: Handwerkskammer
Krieschow. Für die Ausbildung zum Tiefbaufacharbeiter hat Tomasz Konradowski seine Heimat verlassen. In Deutschland wagt er den Berufseinstieg. Dafür zeichnet ihn die Handwerkskammer Cottbus als Lehrling des Monats Januar aus. Anja Brautschek

Die Entscheidung für die Ausbildung zum Tiefbaufacharbeiter hat Tomasz Konradowski eher spontan getroffen. Eigentlich wollte der Gubiner Tischler werden. "Das praktische Handwerk liegt mir. Aber ich habe keinen Platz gefunden", sagt Tomasz Konradowski. Wirklich traurig ist er darüber heute aber nicht mehr. Denn die Handwerkskammer vermittelte ihm den Kontakt zur ASG Asphalt Straßenbau Gesellschaft mbH in Krieschow (Spree-Neiße). Schon nach einem kurzem Praktikum im August war für den 25-Jährigen klar: "Den Beruf des Tiefbaufacharbeiters möchte ich wirklich erlernen." Obwohl er dafür seine Heimat in Polen verlassen musste, zögerte Tomasz Konradowski keine Sekunde und begann schon einen Monat später die Ausbildung bei der ASG. "Ich möchte mir eine gute Zukunft aufbauen. Und Straßen und Gehwege werden immer benötigt", ist er sicher.

Dass er dafür ins benachbarte Deutschland umzieht, stand für den Gubiner von Anfang an fest. "Die Ausbildung in Polen ist ganz anders aufgebaut, viel theoretischer", erzählt Tomasz Konradowski. Für eine handwerkliche Ausbildung besuchen die jungen Leute dort in der Regel zwei bis drei Jahre die Berufsschule. Hinzu kämen während dieser Ausbildung nur wenige Monate Praktikum - unbezahlt. "Und von dem geringen Lohn nach der Ausbildung kann man kaum leben", sagt Tomasz Konradowski.

In Deutschland hofft er auf eine bessere Zukunft. Sprachbarrieren seien dabei kein Problem. In der Schule hatte er bereits einige Jahre Deutschunterricht. "Das hat mir aber kaum geholfen. Das meiste habe ich durch die Arbeit gelernt", sagt er. Denn zuvor hat Tomasz bereits einige Jahre bei einer Abrissfirma in Deutschland gearbeitet. In einigen Jahren, wenn das Deutsch noch besser ist, soll sogar der Meister folgen. "Das Talent dazu bringt er mit. Tomasz hat Abitur, gute Noten und ist sehr interessiert am Beruf", lobt Frank Pilzecker, Geschäftsführer der ASG Asphalt Straßenbau Gesellschaft, seinen Auszubildenden.

Vor allem die Vielseitigkeit begeistert den Gubiner. Es gebe die verschiedensten Arten, mit Steinen umzugehen. Und beim Legen von Mosaiken sei außerdem viel Kreativität gefragt. Sein ganzer Stolz ist deshalb auch ein Mosaik, das das polnische Wappen - den Adler mit Krone - darstellt. Entstanden ist es am Lehrbauhof in Großräschen, wo die Auszubildenden die notwendigen Techniken des Berufs erlernen. Drei Tage hat er an diesem etwa dreimal drei Meter großen Bild gearbeitet. "Aber leider bin ich nicht fertig geworden. Krone und Schnabel fehlten noch", sagt Tomasz Konradowski. Gerade einmal eine halbe Stunde hielt das Werk stand. Zeit genug für ein Erinnerungsfoto. Dann musste Tomasz das mühsam gearbeitete Pflaster wieder zerstören. "Aber bei meiner Abschlussprüfung werde ich mich noch einmal daran versuchen - dann vollständig", ist er überzeugt.