ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 01:51 Uhr

Toiletten-Streit nach Bürokratie-Abbau an der Spreewaldmühle

Der WC-Streit an der Spreewehrmühle ist mit dem Rückzug des Hauptsponsors entschieden: Die Einzel-Dixi-Toilette, die der Spreewehrmühlen-Verein für das Gothic-Konzert für etwa 100 Besucher geplant hatte, wird nun nicht aufgestellt. Foto: LR-Archiv
Der WC-Streit an der Spreewehrmühle ist mit dem Rückzug des Hauptsponsors entschieden: Die Einzel-Dixi-Toilette, die der Spreewehrmühlen-Verein für das Gothic-Konzert für etwa 100 Besucher geplant hatte, wird nun nicht aufgestellt. Foto: LR-Archiv FOTO: LR-Archiv
Cottbus. Dem Bürokratie-Abbau im Land Brandenburg sind die strengen Auflagen an Freiluft-Veranstalter für die WC-Vorsorge zum Opfer gefallen. An der Cottbuser Spree hat diese Lockerung jetzt für einen handfesten Zoff zwischen dem Verein Spreewehrmühle und dem benachbarten Café und Restaurant gesorgt. Jan Grundmann

Die Folge: Das für den morgigen Samstag geplante Gothic-Konzert im Schatten des historischen Denkmals ist abgesagt, bestätigt Vereinschef Jochen Rädisch.

Zur „schwarzen Nacht“ an der Spreewehrmühle mit drei Bands, darunter „Eminence of Darkness“, hatte der Verein Spreewehrmühle mit etwa 100 Anhängern der düsteren Klänge gerechnet, sagt Rädisch sichtlich enttäuscht. Aufatmen dagegen im benachbarten Gasthaus „Zur Spreewehrmühle“ bei Restaurant-Leiterin Kathleen Hajek. Denn, so ihre Erfahrungen, die Gäste der Mühle nutzten in Ermangelung von sanitären Anlagen im historischen Denkmal in ihrer Not die WCs des „Café & Restaurants“. Bei mehr als 100 Konzertbesuchern sei dies eine Horrorvorstellung gewesen.

„Wir wollten ein Dixi-Klo aufstellen“, verteidigt Jochen Rädisch vom Spreewehrmühlen-Verein die Konzert-Idee. Die Restaurant-Chefin verweist auf eine Familienfeier zu einem 60. Geburtstag in ihrem Haus am Samstagabend. „Die Gesellschaft fühlt sich zweifellos gestört, wenn die dunkel gekleideten Konzertbesucher die Toiletten im Restaurant nutzen“, erklärt sie. Deshalb habe sie, so Hajek, bei der Stadtverwaltung auch deutlich Veto gegen das Konzert eingelegt.

Lesen Sie auf Seite 2: Warum trotz des Dixi-Klos die dunkle Party abgesagt werden musste...
Die Cottbuser Ordnungsbehörde verweist im Toiletten-Streit auf die Gesetzeslage: Laut dem im vergangenen Jahr geänderte Gaststättengesetz des Landes Brandenburg gibt es keine Toiletten-Auflagen mehr für Veranstalter, sagt Ordnungsdezernent Lothar Nicht (Die Linke). Vielmehr würden nur noch Hinweise erteilt. „Der Veranstalter hat mit etwa 100 Besuchern gerechnet und zugesichert, eine Dixi-Toilette aufzustellen“, erklärt Gunter Große, Leiter für Gewerbeangelegenheiten im Cottbuser Rathaus. Er stellt fest: „Für uns gab es keinen Anlass, die Veranstaltung zu untersagen.“

Spreewehrmühlen-Vereinschef Jochen Rädisch gibt zu: „Manche Gäste nutzen sicher die sanitären Anlagen der Gaststätte.“ Den Kampf um die WC-Verfügbarkeit an der Cottbuser Spree habe schließlich der Hauptsponsor der „schwarzen Nacht“ entschieden. „Er ist abgesprungen“, sagt Vereinschef Jochen Rädisch. „Als Konsequenz haben wir uns im Verein entschlossen, das Konzert abzusagen.“ Jan Grundmann