| 15:46 Uhr

Tödliche Messerattacke auf 14-Jährige

ARCHIV - Der Angeklagte Maurice M. (r) verdeckt am 18.08.2014 im Landgericht in Cottbus (Brandenburg) sein Gesicht mit einem Aktenordner. Dem Angeklagten wird vorgeworfen, im November 2013 eine Schülerin aus Dahme-Spreewald (Brandenburg) mit zahlreichen Messerstichen so stark verletzt zu haben, dass sie an den Folgen starb. Am 27.04.2015 werden die Plädoyers erwartet. Foto: Oliver Mehlis/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
ARCHIV - Der Angeklagte Maurice M. (r) verdeckt am 18.08.2014 im Landgericht in Cottbus (Brandenburg) sein Gesicht mit einem Aktenordner. Dem Angeklagten wird vorgeworfen, im November 2013 eine Schülerin aus Dahme-Spreewald (Brandenburg) mit zahlreichen Messerstichen so stark verletzt zu haben, dass sie an den Folgen starb. Am 27.04.2015 werden die Plädoyers erwartet. Foto: Oliver Mehlis/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ FOTO: Oliver Mehlis (dpa-Zentralbild)
Cottbus/Eichwalde. Die tödliche Messerattacke auf eine Schülerin im November 2013 bei Berlin hat viele erschüttert. 78 Mal soll ein junger Mann, den die 14-Jährige über das Internet kennengelernt hatte, auf sie eingestochen haben. Der Cottbuser Mordprozess neigt sich dem Ende zu. dpa/bb

Mit 78 Messerstichen soll ein junger Mann seine Internetbekanntschaft bei Berlin getötet haben - weil die 14-Jährige den Kontakt zu ihm abbrechen wollte. Der heute 21-Jährige steht seit August wegen Mordes vor dem Landgericht Cottbus. Der Angeklagte gab die Tat indirekt zu, indem er die Eltern der Schülerin um Entschuldigung bat. Am Montag (13.00 Uhr) wird voraussichtlich die Verteidigung plädieren, wie das Gericht ankündigte.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem jungen Mann vor, der Schülerin in ihrem Wohnort Eichwalde (Dahme-Spreewald) im November 2013 aufgelauert, sie mit einer Bierflasche niedergeschlagen und dann auf sie eingestochen zu haben. Er soll wütend darauf gewesen sein, dass sie ihm einen Korb gab und den Kontakt abbrechen wollte. Die beiden hatten sich laut Anklage über das Internet kennengelernt und zunächst die Begeisterung für japanische Manga-Comics geteilt. Dass die Schülerin nichts mehr mit dem jungen Mann aus Lohmar in Nordrhein-Westfalen zu tun haben wollte und seine Gefühle nicht erwiderte, wollte er demnach nicht wahrhaben.

Unmittelbar vor der Messerattacke war die 14-Jährige mit einem Schulkameraden auf dem Heimweg von der Schule. Bei dem Angriff wurde der Schüler auch verletzt. Er habe noch eingreifen und der Schülerin helfen wollen, sagte er im Prozess aus. Er wurde durch Messerstiche an der Hand verletzt. Er ist Nebenkläger in dem Prozess, ebenso die Eltern der Getöteten. Die Staatsanwaltschaft fordert für den Angeklagten 15 Jahre Haft - die Höchststrafe nach Jugendstrafrecht.