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Tischtennis-Urgestein kann es noch nicht ganz lassen

Klaus Lehmann erhält von Tobias Schick ein besonderes Geburtstagsgeschenk.
Klaus Lehmann erhält von Tobias Schick ein besonderes Geburtstagsgeschenk. FOTO: Zielonkowski
Cottbus. Tischtennis-Urgestein Klaus Lehmann feierte am Sonntag seinen 80. Geburtstag. Für die Verdienste um seinen Lieblingssport erhielt er eine Plakette der Olympischen Gesellschaft. In Las Vegas will er es noch mal wissen. Georg Zielonkowski

Obwohl der in Schönwalde geborene Klaus Lehmann als Zwölfjähriger bei Blau-Weiß Lubolz zunächst Fußball als seine Sportart entdeckt hatte, entschied er sich später für das Spiel mit dem deutlich kleineren Zelluloid-Ball. Weit bedeutsamer als der aktive Sport an der Platte wurde im Leben des jetzt 80-jährigen schon früh seine Arbeit als Sportfunktionär. Schon mit 17 Jahren wurde er der erste Vorsitzende der Lübbener Tischtennis-Kreisfachausschusses. Womit der erste Schritt zu seiner darauf folgenden jahrzehntelangen ehrenamtlichen Arbeit in Sachen Organisation gemacht war.

Der von ihm als Chef-Organisator begleitete Höhepunkt, der bis heute im Gedächtnis des Jubilars den ersten Platz belegt, ist das Internationale Cottbuser Turnier, das im Jahr 1971 im Haus der Bauarbeiter ausgetragen wurde. Mit Stellan Bengtsson, der im gleichen Jahr im japanischen Nagoya Einzel-Weltmeister wurde, war auch eine Lichtgestalt unter den Startern.

Insofern hatte Geburtstagsgast Tobias Schick vom Stadtsportbund absolut Recht, als er in seiner Laudatio von den großen Verdiensten des Klaus Lehmann sprach: "Klaus hat der Cottbuser Sportart Tischtennis nicht nur in der Stadt und der Republik, sondern tatsächlich auch international zu großer Anerkennung verholfen. Und er hat sich immer für diese Sportart und die Sportler stark gemacht. Sein Engagement war unerschütterlich." Für sein Lebenswerk für den Sport erhielt Klaus Lehmann als besonderes Geburtstagsgeschenk die Leistungsplakette der Deutschen Olympischen Gesellschaft.

Klaus Lehmann steht auch heute noch an der Platte. Seit 1995 nimmt er an den Senioren-Europameisterschaften teil und hat auf diesem Weg nahezu alle Ecken der Welt kennengelernt. "Fast alle", schränkte er am Sonntag ein. In den USA war er noch nicht. "Darum ist Las Vegas, wo 2018 die Senioren-WM stattfindet, mein großes Ziel", verriet er. "Obwohl ich mir die Zeit für diese Reise wirklich von meinen hiesigen Aufgaben abknapsen muss. Schließlich wollen wir im kommenden Jahr den 50. Geburtstag von Automation Cottbus mit einem großen internationalen Turnier in der Lausitz-Arena verbinden." Da gibt es so viel zu tun und zu organisieren. "Aber ich habe ja mit Rüdiger Hofmann einen jungen Nachfolger als Vereinschef an meiner Seite, der eines Tages mal vollständig mein Erbe antreten kann. Im Moment aber kann ich es noch nicht ganz lassen."

An seiner Leistung hat seine Ehefrau einen Anteil. Sie lernte er vor 60 Jahren kennen. Wobei sich die Frage nach dem Wo erübrigt. "Es war natürlich beim Tischtennis", verriet Klaus Lehmann und betonte: "Was kein Fehler war. Immerhin feiern wir am Montag unseren 56. Hochzeitstag, an dem ich ihr, wie heute an meinem 80. schon geschehen, nochmals ausdrücklich Danke sagen werde. Für ihr jahrzehntelanges Verständnis für Hunderte von Stunden, die ich meiner Lieblingssportart geschenkt habe."