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| 18:00 Uhr

Tierseuche
Die Angst vor der Tierseuche in der Region wächst

Gerhard Dix (l.) und Oliver Schulze am Lern- und Naturmobil, mit dem der Nachwuchs an Wald, Natur und Jägerei herangeführt wird.
Gerhard Dix (l.) und Oliver Schulze am Lern- und Naturmobil, mit dem der Nachwuchs an Wald, Natur und Jägerei herangeführt wird. FOTO: Georg Zielonkowski
Cottbus. Jäger aus dem Spree-Neiße-Kreis sagen der Afrikanischen Schweinepest den Kampf an.

Zum 28.Kreisjägertag haben sich die Vertreter der 15 Jägerschaften des Kreisjagdverbandes Spree-Neiße/Cottbus am Wochenende in Branitz getroffen, erstmals im Kongresssaal der neuen Wohnresidenz. Wie der Vorsitzende des Kreisjagdverbandes Oliver Schulze erfreut vermelden konnte, hat sich die Zahl von 694 Mitgliedern im Vergleich zu den Vorjahren weitgehend in der Waage gehalten. „Frauen kommen über ihren Hund zu uns, der zuvor bei uns ausgebildet wurde. Die Männer zieht dagegen die Aussicht auf die Mahlzeit von einem selbst erlegten Wildbret deutlich mehr an. Von daher haben wir keine Nachwuchssorgen“, so die Erklärung des Vorsitzenden, der nach acht Jahren sein Amt zur Verfügung stellte. Als seinen Nachfolger bestimmten die Mitglieder per Wahl Marcel Grüneberg, der seit vier Jahren aktiver Jäger ist.

Weidmann Schulze konnte in seinem Rechenschaftsbericht verschiedene positive Aktionen aus der letzten Legislaturperiode nennen, wie beispielsweise die ausgesprochen gut funktionierende Jungjägerausbildung, über die im letzten Jahr 14 Anfänger den Kompaktkurs erfolgreich abgeschlossen haben, während 16 weitere kurz vor ihrer Abschlussprüfung stehen und die ebenfalls demnächst ihren Jagdschein ausgehändigt bekommen.

Kritisch forderte der Vorsitzende die längst fällige Aussetzung der Erhebung der Trichinenprobengebühren: „Was in vielen Landkreisen Brandenburgs und in ganz Sachsen gängige Praxis ist, muss endlich auch bei uns gelten. Damit auch wir die Aufwendungen bei der Erlegung und Entsorgung von Schwarzwild wenigstens zu einem gewissen Teil abfangen können.“ Darüber hinaus forderte Oliver Schulze die bedingungslose Unterstützung bei der Bejagung und Verwertung von Schwarzwild ein. „Und diese Unterstützung muss bereits ab dem ersten Stück erlegten Wildes einsetzen und nicht erst ab dem Zigtausendsten“, legte er den Finger in die Wunde vieler Weidgenossen.

Deutlich besorgter schaut die Jägerschaft derzeit jedoch auf ein anderes, geradezu dramatisches Problem: auf die immer näher kommende Afrikanische Schweinepest. Nachdem Anfang 2018 im benachbarten Tschechien zehn ASP-positive Wildschweine aufgefunden wurden, rückt diese gefährliche Krankheit immer näher, lediglich 300 Kilometer sei sie noch von Deutschland entfernt. „Größte Vorsicht und Umsicht ist deshalb nicht nur geboten, sondern gefordert“, so Amtstierarzt Dr. Helfried Kröber in seiner Wortmeldung. Weil die Schweinepest, die auch über Erreger in Wurstwaren übertragen wird, sind prophylaktische Maßnahmen zwingend. „Dazu gehört eben auch, dass sowohl die Betreiber als auch die Kundschaft an Autobahnraststätten keine Wurstreste in Abfallbehältern oder gar in Papierkörben entsorgt“, so Dr. Kröber, der deshalb von einer erheblichen Gefahr für Hausschweine spricht.

Als Gast weilte auch der Landrat des Landkreises Spree-Neiße, Harald Altekrüger (CDU), bei der Jahressitzung der Jäger seines Kreises. Reichlich Lob erhielten von ihm die Weidgenossen für ihre wichtige Hege- und Pflegetätigkeit. Aber auch auf das tagesaktuelle Thema ging er ein, als er betonte: „Wegen der Gefahr durch die Schweinegrippe ist es unverzichtbar, dass Jäger, Landwirte und die Behörden ganz eng zusammenarbeiten, um den befürchteten Schaden zu minimieren.“

Werner Jänchen wurde für seine fast 30-jährige Vorstandsarbeit zum Ehrenmitglied des Verbandes ernannt.

(ski)