Mit einer martialischen Aktion wollen am Mittwoch Aktivisten der Gruppe Peta vor dem Cottbuser Tierpark demonstrieren: Einen zwei Meter großen aufblasbaren Elefanten und einen als Wärter verkleideten Aktivisten, der einen Elefantenhaken trägt, kündigt die Tierschutzgruppe an. Grund ist der „Einsatz des Elefantenhakens“, mit dem Tierpfleger in Cottbus ausgerüstet sind.

„Elefanten im ‚direkten Kontakt‘ zu halten, bedeutet nichts anderes, als sie gewaltsam zu unterwerfen und ihren Willen zu brechen“, sagt Jens Vogt, Aktionskoordinator bei Peta. „Der Tierpark Cottbus sollte diese auf Angst und Zwang basierende Haltungsmethode zum Schutz von Tier und Mensch zeitnah auf den ‚geschützten Kontakt‘ umstellen. Letztendlich kann es jedoch nur eine tierfreundliche und sichere Maßnahme geben: die Elefantenhaltung ganz auslaufen zu lassen.“

Karla und Sundali sind Lieblinge der Cottbuser

Karla und Sundali, die beiden Elefanten, um die es geht, gehören zu den Lieblingen der Zoobesucher in Cottbus. Beide sind als Jungtiere in die Lausitz gekommen und leben seit 50 Jahren im Tierpark. Werden sie dort tatsächlich misshandelt?

Tierparkleiter weist Peta-Vorwürfe zurück

Dr. Jens Kämmerling, Leiter des Cottbuser Tierparks, wies die immer wiederkehrenden Vorwürfe von Peta bereits im vergangenen Jahr entschieden zurück. „Wir pflegen einen sehr entspannten Umgang mit unseren beiden Elefantendamen“, so Kämmerling in der RUNDSCHAU. „In 90 bis 100 Prozent aller Interaktionen wird der Elefantenhaken überhaupt nicht verwendet.“ Nur in besonderen Fällen, etwa bei einer Behandlung durch den Tierarzt, wird der Haken bereitgehalten. Er sei allerdings nicht spitz, könne das Tier nicht verletzen.

Peta: Elefanten werden brutal bestraft

Peta richtet sich mit seinen Vorwürfen gegen die Elefantenhaltung in zahlreichen deutschen Zoos. In einer Pressemitteilung wird auf Videoaufnahmen aus Hannover verwiesen, in denen Elefantenbabys „mit dem Elefantenhaken brutal bestraft werden“, heißt es in einer Pressemitteilung von Peta. Statt des direkten Kontakts, bei dem die Tierpfleger in die Gehege der Elefanten gehen, sei ein „geschützter Kontakt“ möglich, bei dem auf den Einsatz von Elefantenhaken verzichtet werden kann.

Tierparkleiter: besonderes Vertrauensverhältnis

Das sieht man in Cottbus allerdings anders. Die von Peta geforderte Umstellung auf einen geschützten Kontakt sei technisch in Cottbus zwar machbar – „sie nützt aber unseren Elefanten nichts“, so Tierparkdirektor Kämmerling. Sundali und Karla lebten seit 50 Jahren in engem Kontakt mit ihren Tierpflegerinnen, zu denen sie ein besonderes Vertrauensverhältnis entwickelt haben. Trotzdem müssten die Pflegerinnen im täglichen Umgang ihre Position gegenüber den Tieren behaupten.

Auch Vorwürfe gegen Spreewelten

Das Peta pauschal gegen Formen der Tierhaltung in der Lausitz protestiert ist nicht neu. Im Januar etwa ging es gegen die Pinguine in den Spreewelten. Im vergangenen August waren die Tierhaltung in Zirkussen Thema einiger Peta-Forderungen an die Stadt Cottbus. 2017 wurde der Angelverein Sagar von den Tierschützern verklagt.

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