| 02:33 Uhr

Tierpfleger waren zum Essen eingeladen

Sie hatten mal Zeit füreinander: Thomas Heiner (r.) hat den Mitarbeitern des Cottbuser Tierheims ein Essen spendiert.
Sie hatten mal Zeit füreinander: Thomas Heiner (r.) hat den Mitarbeitern des Cottbuser Tierheims ein Essen spendiert. FOTO: ani
Cottbus. Sie kümmern sich um jeden Wurf mauzender Kätzchen, der ihnen gebracht wird, haben Verständnis, wenn ein Anrufer seinen Wellensittich sucht. Zwischen der Katzenquarantäne und den Hunde näpfen sitzen sie selten gemütlich zusammen. Dass jemand den Mitarbeitern des Cottbuser Tierheims mal ein Essen in der Spreewehrmühle spendiert, das hatte Premiere. Annett Igel-Allzeit

Dass der Tierschutzverein und die Tierheim-Mitarbeiter verantwortungsbewusst mit den Tieren und Haltern umgehen, hat Thomas Heiner erfahren, als er sich die russische Terrier-Hündin aus dem Tierheim holte. Aber dass das Heim äußerlich nicht viel hermacht, vor einem Jahr das Geld für die Baumpflege fehlte, beschäftigt ihn. Im Frühjahr 2016 hatte der Geschäftsführer der Heiner GmbH, Landschafts- und Gartenbaufirma in Tauer, in einem Lehrlingsprojekt die Bäume in den Hundezwingern verschnitten. Das Totholz aus der Baumgruppe am Hundespielplatz ist verschwunden. Die Lebensbaumhecke, die Lücken hatte, ist erneuert. "Die Wiese, die vor einem liegt, wenn man das Tierheim betritt, ist schön. Ein paar Sträucher und Stauden fehlen jetzt noch", sagt Heiner.

In diesem Jahr, so Gudrun Schlüter, stellvertretende Vorsitzende des Cottbuser Tierschutzvereins, will das Unternehmen bei der Beräumung des Heimumfeldes helfen. "Das könnte wieder ein Lehrlingsprojekt werden", sagt Heiner, der derzeit fünf Lehrlinge hat. "Abgesehen von der Aufgabe mit Planung und Ausführung erleben die jungen Leute den Alltag eines Tierheims. Das finde ich wichtig." Doch als er im Dezember Gudrun Schlüter fragte, ob auch eine Weihnachtsfeier der Mitarbeiter geplant sei, antwortete sie mit einem erstaunten Blick.

Thomas Heiner und Gudrun Schlüter schafften es zwar nicht mehr, eine Weihnachtsfeier zu organisieren, aber nach dem Jahreswechsel laufen die Mitarbeiter eines Mittags etwas schüchtern die Spree entlang und über die Brücke vom Tierheim zur Spreewehrmühle. Gudrun Jäschke sichert sich den Platz an der Heizung: "Das wir heute eingeladen sind, uns mal gemütlich unterhalten können, das ist wunderbar", sagt sie. Auch Bernd Hoffmann, Siegmar Wenzel, Sandra Mohrhaupt, Volker Stephan, Enrico Leichsner, Jessica Fechner vertiefen sich in die Speisekarte. Nicht alle konnten kommen. "Derzeit haben wir zehn Mitarbeiter, zwei Umschüler, eine junge Frau, die ihren Bundesfreiwilligendienst bei uns leistet", zählt Gudrun Schlüter auf. Und an ihrer Seite sitzt die neue Tierheimleiterin: Andrea Funke. "Ich habe mal Zootechnikerin gelernt, bevor ich Arbeitsökonomie an der TU Dresden studierte", erzählt die Sielowerin. Vier Jahre hat sie in Berlin im öffentlichen Dienst gearbeitet. Nun ist die 53-Jährige froh, wieder eine Stelle in ihrer Heimatstadt Cottbus zu haben. Eine Freundin, die sie anrief, um sie zu Polka-Beats einzuladen, gab ihr den Tipp, dass das Tierheim einen neuen Leiter sucht.

Durch Schneeregen geht es zurück. Zu Weihnachten verschenkte Tiere landeten diesmal noch nicht im Heim. "Schwierig wird es, wenn vermehrt Katzenwürfe ohne Mutter abgegeben werden. Sie müssen alle vier Stunden versorgt werden", so Gudrun Schlüter. Das heißt, dass einer der Mitarbeiter die Winzlinge über Nacht mit nach Hause nimmt.

ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE