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| 18:42 Uhr

Cottbus
Telefonseelsorge sucht neue Mitarbeiter

Corinna Preuß, Leiterin der Telefonseelsorge
Corinna Preuß, Leiterin der Telefonseelsorge FOTO: LR / Elsner
Cottbus. Seit 25 Jahren können Menschen mit der Telefonseelsorge Cottbus über ihre Probleme sprechen.

Mehr als 25 Jahre saß Brigitte K. am Telefon und hörte Menschen zu, die sich in seelischer Not befanden. In diesem Jahr gab sie ihren Dienst als Ehrenamtliche bei der Telefonseelsorge auf. Eine intensive, aber auch schöne Zeit liegt hinter ihr - missen möchte sie diese aber auf jeden Fall nicht. Denn die Telefonseelsorge ist in all ihren Facetten kein gewöhnliches Freiwilligenengagement.

Jeder, der sich in seelischer Not befindet, kann anrufen, ein bestimmtes Themenfeld gibt es nicht. „Das kann schon eine riesige Bandbreite von Anrufen sein“, so Corinna Preuß, Leiterin der Kirchlichen Telefonseelsorge in der Dienststelle Cottbus. Von vereinzelten Spaßanrufen Jugendlicher über Menschen, die sich einsam fühlen und jemanden zum Reden brauchen bis hin zu ernsthaft Suizidgefährdeten eröffnet jedes Telefonat eine neue Welt.  Natürlich kann kein Telefonseelsorger die Probleme der Anrufer endgültig lösen. „Wir haben keine fertigen Antworten“, so Brigitte K. Oft reiche es aber schon, den Menschen ein offenes Ohr zu bieten und ihnen im besten Fall eine Richtung zu weisen.

Als Ehrenamtliche der ersten Stunde erfuhr Brigitte K. durch kirchliche Kreise davon, dass Telefonseelsorger gesucht waren. Nach einer einjährigen Ausbildung, die alle Interessierten zu absolvieren haben, ging es los.

„Es ist kein Ehrenamt to go“, macht Preuß dabei deutlich. Man brauche schon Menschen, die sich mehrere Jahre auf ihre Arbeit bei der Telefonseelsorge einstellen und auch einen großen Teil ihrer Freizeit für die Sache opfern. Wer nur einen freien Nachmittag in der Woche zur Verfügung hätte, für den wäre dieses Ehrenamt eher nicht geeignet. Und schließlich sei auch Offenheit gegenüber Neuem wichtig, um die Probleme der Anrufer nachvollziehen zu können.

Ebenfalls besonders ist die Anonymität bei der Telefonseelsorge, die nicht nur die Anrufer, sondern auch die Ehrenamtlichen genießen. Nur ihre engsten Familienmitglieder wussten bei Brigitte K. Bescheid, als was genau sie zu oft ungewöhnlichen Zeiten ihrem Engagement nachging. Und über ihre Erfahrungen als Seelsorgerin sprach sie bis zu ihrem Abschied lediglich mit den Supervisoren, die die Arbeit der Ehrenamtlichen begleiten.

40 Leute sind zurzeit für die Telefonseelsorge Cottbus im Einsatz. Weitere Helfer seien dringend gesucht, so Corinna Preuß. Der nächste Informationsabend  findet am Donnerstag,18. Oktober, 18 Uhr, in der „Haltestelle“ (Straße der Jugend 94 in Cottbus) statt.

(Julian Münz)