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Teil der Ortsumfahrung Cottbus Ende 2012 komplett

Cottbus. Ein erstes Teilstück der Cottbuser Ortsumfahrung ist fertig. Entlastung bringt das gerade einmal für Haasow. Unterdessen brummen die Baumaschinen in Dissenchen und Merzdorf weiter. Und die Planung für den nächsten Abschnitt bei Kahren geht in die entscheidende Phase. Von Peggy Kompalla

Die Schlichower werden weiter auf die Geduldsprobe gestellt. Sie kommen noch bis Mitte Dezember nur über Umwege nach Hause. Denn die Arbeiten an der Dissenchener Hauptstraße dauern weiter an. Das erklärt Marco Ilgeroth von der Bauüberwachung. "Am 11. Dezember wird die Straße zunächst unter provisorischer Verkehrsführung freigegeben", sagt er und versichert: "Auch Busse werden die Route nehmen können." Nach dem Winter geht es an der neuen Strecke weiter.

Bis zur Verkehrsfreigabe im Herbst 2012 werden also noch etliche Lkw durch die Stadtteile donnern. Genau das strapaziert die Nerven der Merzdorfer. Ortsvorsteher Werner Regina kritisiert: "Es war vorab besprochen worden, dass kein Schwerlastverkehr über Merzdorfer Straßen rollt. Aber das Gegenteil war der Fall und wir sind von allen Seiten mit Problem allein gelassen worden."

In Schlichow ist die Oskar-Trautmann-Straße dagegen ganz offiziell eine wichtige Zufahrtsstraße für die Baustelle. Das habe längst seine Spuren auf der Straße hinterlassen, betont Ortsvorsteher Roland Hoffmann. "In Spitzenzeiten wurden hier 60 Lkw in zwei Stunden gezählt", berichtet er. Doch der Landesbetrieb Straßenwesen beruhigt: Durch die Bauarbeiten entstandene Schäden werden behoben. "Nach Abschluss der Arbeiten gibt es eine gemeinsame Begehung", versichert Reinhard Franke vom Landesbetrieb. Der Zustand der Straße vor Baubeginn sei dokumentiert worden. "Die Schäden werden wir beheben, aber eine neue Straße werden wir nicht bauen."

Im Herbst 2012 ist der erste Abschnitt der Cottbuser Ortsumfahrung (lila in der Grafik) komplett. Eine wirklich spürbare Entlastung für die Cottbuser Straßen bringt sie aber noch nicht.

Die wird erst mit dem zweiten und dritten Abschnitt (rot und blau in der Grafik) voll wirksam.

Das Teilstück zwischen der Autobahnabfahrt zur L 49 (rot) geht demnächst in die Genehmigung. Zwei Jahre wird das mindestens in Anspruch nehmen, erwarten die Planer. Einen Baustart kann noch niemand benennen.

Dafür schicken die Planer des Landesbetriebes eine veränderte Strecke ins Rennen. Sie weicht von der ursprünglichen Oder-Lausitz-Trasse (rot-weiß gestrichelt) ab. Der Artenschutz hatte eine Überarbeitung notwendig gemacht. Der neue Kompromiss wurde laut Bernd Leonhardt vom Landesbetrieb durch die gute Zusammenarbeit mit den Kahrenern gefunden.

Der dritte und entscheidende Abschnitt der Umfahrung steht jedoch noch in den Sternen. Obwohl die Trasse relativ klar ist. Er würde den Durchgangsverkehr von der B 97 abfangen. Das wären bis zu 10 000 Fahrzeuge täglich, die nicht mehr über Cottbuser Straßen in Richtung Norden donnern.

Zum Thema:

HintergrundBaufortschritt im ersten Abschnitt:Das erste Los zwischen der L 49 und der L 50 ist vor einem Monat freigegeben worden. Vergabesumme für den Teil beläuft sich laut Landesbetrieb Straßenwesen auf 3,3 Millionen Euro.Das zweite Los von der L 50 bis zur Merzdorf soll im Mai 2012 fertiggestellt sein. In diesem Teil ist bereits mehr als die Hälfte der Bauleistungen erbracht. Die Gesamtkosten betragen etwa 4,5 Millionen Euro.Das dritte Los von Merzdorf bis zur B 168 soll ebenfalls im Mai kommenden Jahres fertiggebaut sein. Hier sind die Arbeiten ebenfalls zu mehr als der Hälfte erledigt. Die Baukosten für das Los belaufen sich auf 4,6 Millionen Euro.Freigabe: Das zweite und dritte Los sollen im Herbst 2012 für den Verkehr freigegeben werden. Dann ist der erste Abschnitt der Ortsumfahrung (lila in der Grafik) zwischen der L 49 und der B 168 befahrbar.Im gesamten ersten Abschnitt werden fünf Brücken gebaut - eine über Bahngleise, zwei über Gewässer, zwei über Straßen.