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| 02:32 Uhr

Techniker von morgen im Wettkampf

Hier versuchen die Robotops, das Team des Friedrich-Ludwig-Jahn-Gymnasiums Forst, eine Becherpyramide zu errichten.
Hier versuchen die Robotops, das Team des Friedrich-Ludwig-Jahn-Gymnasiums Forst, eine Becherpyramide zu errichten. FOTO: Stephan Meyer
Cottbus. Zum achten Mal ist auf dem Cott buser Zentralcampus der BTU der Regionalausscheid der First Lego League ausgetragen worden. Bei dem Roboter- und Forschungswettbewerb für Kinder und Jugendliche traten zehn Teams aus der Lausitz an. Das diesjährige Thema des internationalen Wettkampfs ist die Beziehung zwischen Mensch und Tier. Stephan Meyer

Es ist seine Begeisterung für Technik, die Willi Noack zum Wettbewerb lockt. Der Elfjährige ist jüngstes Mitglied des First-Lego-League-Teams der Bauhausschule Cottbus. "Mich interessiert, wie Roboter funktionieren, wie sie aufgebaut sind und wie sie Probleme lösen" erklärt Willi. "Wer einmal dabei ist, hört nicht mehr auf", weiß seine Lehrerin Andrea Wiegand. Aufgrund der begrenzten Kursplätze musste die Informatiklehrerin schon neugierigen Schülern absagen.

In der internationalen First Lego League (FLL) treten 25 000 Teams aus 80 Ländern an. Am Samstag fand der Lausitzer Regionalausscheid am Campus statt. "Ich habe auch schon mit Lego gebaut", gab Dr. Matthias Koziol zur Begrüßung zu. Aber er blickte etwas neidisch auf die heutigen technischen Möglichkeiten der Legos. Die Universität initiiert den Regionalausscheid nicht ganz uneigennützig. "Wenn ihr mal groß seid, könnt ihr hier studieren", gab der Vizepräsident für Lehre und Studium den Jugendlichen mit auf den Weg.

Auch Harald Altekrüger, Spree-Neiße-Landrat und Gesellschafter der Energieregion Lausitz-Spreewald GmbH, die den Wettbewerb mitinitiiert, hofft, dass die Kinder dadurch "Blut für technische Berufe lecken". Im Wettkampf hatten die Teams zwei Aufgaben zu erfüllen. Sie mussten einen autonomen Roboter bauen und einen Forschungsauftrag meistern. Die Roboter hatten dann auf einer Spielmatte in zweieinhalb Minuten 15 Aufgaben zu absolvieren. "Die Spielmatte sieht jedes Jahr anders aus und ihr liegt immer eine andere Thematik zu Grunde", erklärt FLL-Experte Thomas Berlin. Der Projektmanager der Energieregion Lausitz-Spreewald GmbH betreut seit 2007 den Roboterwettkampf. In den Vorjahren ging es um Energietransformation, Lebensmittelsicherheit und den Klimawandel. Beim diesjährigen Thema "Animal Allies" (tierische Verbündete) mussten sich die Jugendlichen mit der Tierwelt auseinandersetzen. Sie sollten erforschen, wie das Zusammenleben zwischen Mensch und Tier verbessert werden kann.

Die Lego-Leichhardts vom Ludwig-Leichhardt-Gymnasium hatten sich den Problemen der Honigbienen angenommen. Sie schlagen vor, mit weichen Bekämpfungsmitteln wie Ameisensäure gegen den Bienenfeind Varroa-Milbe vorzugehen. Durch mehr wilde Blumenwiesen sollen die Pflanzenbestäuber zudem ein größeres Nahrungsangebot bekommen.

Wie im vergangenen Jahr hat das "We Robots"-Team des Max-Steenbeck-Gymnasiums gewonnen und darf am 21. Januar in Eberswalde am Halbfinale der Wettbewerbsregion Nordost teilnehmen. 2009 hatten Steenbecker es in das zentraleuropäische Finale in Kopenhagen geschafft. Einen Sonderpreis für das beste Newcomer-Team gab es für die Robokids der Spremberger Freizeitarbeitsgemeinschaft Bergschlösschen. AG-Leiter Frank Jannack: "Eigentlich waren wir noch gar nicht so weit, um an dem Wettbewerb teilzunehmen." Seine AG soll das Interesse an Mathe und Informatik wecken. Aber der Spaß stehe im Vordergrund. "Die kurze Zeit war knifflig", sagt Robokid Lisa-Marie Dahms.

"Nicht jedes Jahr finden sich in den Schulen interessierte Schüler. Und es muss einen Betreuer geben, der dafür Freizeit opfert", so Thomas Berlin. Kritiker sehen den Wettbewerb als Werbung für Lego. Berlin: "Das ist schwierig bei der Sponsorenakquise. Alle Organisatoren machen das für die Kinder. Es ist halt so, dass wir mit Legoteilen bauen."

Zum Thema:
Den ersten Platz im Regionalausscheid haben sich die "We Robots" vom Max-Steenbeck-Gymnasium in Cottbus vor der gruppe D.e.G.i.W.m.a.L. vom Evangelischen Gymnasium Cottbus und dem Bauhaus-Team von der Bauhaus-Schule Cottbus sichern können. Die Einzelpokale für die Forschungspräsentation, Robotdesign und Robotgame gingen ans Evangelische Gymnasium. Den Einzelpokal für Teamwork gewann die Bauhaus- Schule.