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| 02:40 Uhr

Tausende sprinten für die Gurke durch den Spreewald

10. SpreewaldmMarathon 2012 Marathon am Sonntag Start zum Marathon, 10 km, Halb-Marathon und Walken. Foto: Michael Helbig/mih1 Foto: Michael Helbig/mih1
10. SpreewaldmMarathon 2012 Marathon am Sonntag Start zum Marathon, 10 km, Halb-Marathon und Walken. Foto: Michael Helbig/mih1 Foto: Michael Helbig/mih1 FOTO: Michael Helbig
Spreewald. Auf die Gurke, fertig los: In Lübbenau, Lübben, Burg und Straupitz gingen über 10100 Wanderer, Skater, Läufer, Radler und Paddler aller Altersklassen an den Start. Während Sportler wie Benjamin Bräuer neue Streckenrekorde aufstellten, genoss es Manfred Schulz von den "Cottbuser Parkläufern" einfach, beim 10. Spreewaldmarathon dabeisein. Annett Igel und Daniel Friedrich

Die Aufregung in Burg steigt. In wenigen Minuten soll der Marathon der Skater starten. Immer mehr Zuschauer versammeln sich hinter den Zäunen, Cheerleader aus Werben schwenken rot-weiße Puschel, unter den Sportlern wird der Wind diskutiert. Die Schwestern Gerlind Winzer und Petra Stolp aus Merseburg zurren ihre Skaterschuhe fest. "Wir sind auch schon in Berlin gestartet, aber der Spreewald-Marathon liegt uns sehr am Herzen. Die Natur ist schön, die Leute sind nett. Und während es bei großen Wettbewerben auf der gesamten Strecke eng bleibt, hat man hier auch mal die Chance, ein Stückchen allein zu sein", sagt Petra Stolp. Oliver Klein aus Wees bei Flensburg ist mit Freunden im Spreewald und will nur für eine Wette durchhalten. Der 78-jährige Martin Ruhtz ist der älteste Skater im Feld. Erst starten die Männer, zwei Minuten ziehen die Frauen ab. Die "Pirates of Percussion" aus Berlin trommeln brasilianische Rhythmen. Und die sechsjährige Amy Platzke drückt gemeinsam mit ihrer Oma Karola Hecker die Daumen für den Opa. Die Zuschauer müssen nicht lange warten: In einer Stunde, zehn Minten und 17 Sekunden rast Benjamin Bräuer aus Görlitz vor drei Dänen durch das Ziel und bricht den Bahnrekord. Nach 52 Männern kommen die erste Frauen durchs Ziel: Eisschnellläuferin Claudia Pechstein, die Gewinnerin des Skater-Marathons, trennen nur Hundertstel von der Zweiten und Vorjahressiegerin Ute Enger vom Großenhainer RV.

In Lübbenau strahlt die Sonne, als auf dem Marktplatz die Jünsgten im 400-Meter-Gurkenlauf wetteifern. Die Startschüsse für den Mini-Marathon über fünf Kilometer und für den Bioshpärenreservat-Halbmarathon fallen. Michael Lindner vom Organisationsteam freut sich: "Es haben sich in diesem Jahr fast 600 Teilnehmer zum großen Halbmarathon-Lauf angemeldet. Läufer aus der Schweiz und aus Japan sind dabei. Der zweitgrößte Marathon erfreut sich weitere wachsender Beliebtheit." Mit Dirk Bölter sind 13 Läufer aus Dresden gekommen. "Wir schätzen vor allen Dingen die breiten sportlichen Betätigungsfelder. Als Ausrichter des jährlichen Dresdener Marathons sind wir auch am Austausch interessiert", sagt der 50-jährige Sachse. Nach einer Stunde und 21 Minuten überläuft als erster Halbmarathon-Läufer der Cottbuser Daniel Seher die Ziellinie.

Auch Moderator Gerhard Adolph - bekannt als "Adi" - hat ein großes Programm. Von Lübbenau, wo er den Mini-Marathon über fünf Kilometer gestartet hatte, zieht er weiter nach Burg, wo er zum Jubiläums-Nacht-Lauf der LAUSITZER RUNDSCHAU erwartet wird. In der Aula der Burger Schula werden die Stühle knapp. 1079 Walker, Wanderer, Läufer - darunter ganze Familien und Sportgruppen - holen sich Startnummern und T-Shirts ab. Es ist nach 20 Uhr schnell kühl geworden. Dunkle Wolken ziehen über Burg. Lange Hose oder kurze Hose? Leuchtstifte und kleine Lampen werden hervorgeholt. Auch die RUNDSCHAU ist mit einem 15-köpfigen Team am Start. Und RUNDSCHAU-Geschäftsfüher Andreas Heinkel verspricht, im nächsten Jahr mitzulaufen, bevor er den Startschuss abfeuert. Die 83-jährige Sprembergerin Gisela Mildner küsst im Vorbeilaufen Adi. Eine erste Fontäne wird gezündet. Adi warnt: "Erschreckt euch nicht, davon gibt es mehrere an der Strecke." Die Vorboten des großen Feuerwerks an der Burger Feuerwehr nahe dem Ziel. In 23 Minuten, so schätzte Adi, werden die ersten Läufer die fünf Kilometer schaffen. Es dauerte nur etwas über 19 Minuten, bis die ersten Nacht-Läufer durchs Ziel sprinteten. Cheforganisiator Hans-Joachim Weidner freut sich: "Ich hätte nie gedacht, dass wir mit der Teilnehmerzahl mal an den Rennsteigmarathon herankommen."