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Tanzprojekt "Sara" knüpft an Stolpersteine an

Stolpersteine erinnern in Cottbus an jüdische Schicksale, wie an die Familie Gutkind in der Bahnhofstraße 51.
Stolpersteine erinnern in Cottbus an jüdische Schicksale, wie an die Familie Gutkind in der Bahnhofstraße 51. FOTO: Hering
Cottbus. Auch das Glad-House beteiligt sich wieder an der interkulturellen Woche. So wird am Donnerstag, 21. September, im Obenkino das literarische Tanzprojekt der Tanzwerkstatt und der Literaturwerkstatt Cottbus "Sara – Sechs Stolpersteine" präsentiert. red/pos

83 Stolpersteine sind in Cottbus verlegt worden und erinnern an das Schicksal Cottbuser Juden unter dem Nazi-Regime. Mit sechs Bruchstücken von Biografien, erschütternden Briefen und Zeugnissen beschäftigten sich junge Tänzerinnen und Autorinnen. Sie fühlten sie sich gedanklich und körperlich in die Geschichten ein, setzten sich auseinander mit Verachtung, Ausgrenzung, Entrechtung und schließlich Ghettoisierung und Vernichtung. Was durch Propaganda und demagogische Beeinflussung mit dem Denken und Handeln der Nichtjuden passierte, stellte sich ihnen als Frage im Anschluss: Warum war das möglich?

Die Performance "Sara", benannt nach dem Beinamen, den jede jüdische Frau laut ihres Ahnenpasses nach ihrem eigenen Namen tragen musste, transportiert Gefühle wie Angst, Wut, Ohnmacht. Tanzstücke und Texte vermitteln eindrücklich das Menschsein unter gewalttätigen inhumanen politischen Verhältnissen. Der Film von Jae-Pyung Park dokumentiert die Erarbeitung des Stückes und die Aufführung. Texte der jungen Autorinnen umrahmen das Programm.

Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.