ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 18:58 Uhr

Tanzmusikfest
Beat der 70er und 80er erlebte in Turnow Wiederauferstehung

Zum zweiten Mal beim Turnower Musiktreff dabei: „Elektrostudio 4“ aus Peitz .
Zum zweiten Mal beim Turnower Musiktreff dabei: „Elektrostudio 4“ aus Peitz . FOTO: Georg Zielonkowski
Turnow. Von Georg Zielonkowski

Wenngleich die Musikanten, genau wie die Gäste seit dem letzten Tanzmusikfest in Turnow weitere fünf Jahre älter geworden sind, war die Begeisterung im und neben dem riesigen Festzelt bei der dritten Auflage nun ebenso groß wie 2009 und 2013. Die vor vierzig Jahren in Turnow beheimateten Bands „Semat“, Rollys“ und „Beromas“, sowie die Peitzer Rock-Oldies vom „Elektrostudio 4“ wechselten einander ab und präsentierten voller Leidenschaft und musikalischer Klasse ihr noch immer großartiges Können.

„Wir waren ja vor fünf Jahren erstmals hier dabei, danach war wieder Pause, deshalb haben wir für das heutige Fest seit letzten Oktober jede Woche einmal geprobt, um den Fans beste Qualität zu bieten“, erzählt Gerhard Taube, der 1966 mit fünf Gleichgesinnten „ES 4“ gegründet hat. 52 Jahre nach der Gründung sind die Peitzer wieder am Start, optisch und gesanglich unterstützt von Irina und Kerstin. Dass die vielen Proben von großartigem Erfolg gekrönt wurden, erlebten die sich an alte Zeiten erinnernden Rock-Fans bei den nah am Original vorgetragenen Titeln von „Uriah Heep“, „Deep Purple“ oder den „Rolling Stones“. So sah man sich in jeder Form in alte Zeiten zurückversetzt. „Heute sehe ich das alles recht entspannt, im Gegensatz zur verrückten Zeit der 80er, als ich zwar auch an der Musik dran war, doch waren unsere Prioritäten andere. Weil ich regelmäßig mit dem Kind zu Hause saß und Dieter auf Mugge war. So ganz schön war das nicht, aber mein Mann war wohl mit dem Schlagzeug genauso verheiratet wie mit mir“, erinnerte sich mit einem Lächeln Gabriele Stauß, die Ehefrau des ES4-Drummers.

Obwohl in einigen umliegenden Dörfern zeitgleich Tanzveranstaltungen mit Live-Bands stattfanden, sah man im Turnower Festzelt beispielsweise auch Gäste aus Döbbrick oder Sielow. Auch viele Cottbuser wollten die Show der Rock-Oldies miterleben, wie zum Beispiel Sylvia Lecher aus Ströbitz. Die schon vor fünf Jahren in Turnow dabei war und sich nun über die Neuauflage dieser Veranstaltung freute: „Heute sind es ja zumeist die DJ`s, die bei Tanzveranstaltungen für die Musik sorgen. Aber handgemachte Musik ist eben was ganz anderes, da geht man viel besser mit, und es kommt ruck-zuck Stimmung auf, und die Tanzfläche ist immer rappelvoll. Wenn ich mir dazu noch überlege, dass die Jungs da oben alle um die 60 und manche älter sind und es noch immer absolut drauf haben, bin ich absolut begeistert und habe zugleich einen Riesenrespekt vor der Leistung der Musiker.“

So durfte weit nach ein Uhr in der Nacht auch Cheforganisator Dietmar Wetzke, im Jahr 1975 Mitbegründer der Turnower Rollys, absolut zufrieden sein: „Wohl wegen der vielen Veranstaltungen im Umland waren es heute vielleicht ein paar Leute weniger, als vor fünf Jahren. Aber wenn wir hier über 1000 tanzfreudige Menschen und dazu auch noch unsere Musikerkollegen glücklich machen konnten, ist der Zweck absolut erfüllt. Übrigens hat es den Jungs auf der Bühne so gut gefallen, dass ich schon gefragt wurde, wann wir wieder zu so einem Event laden. Anhaltende Gesundheit bei allen voraus gesetzt, wäre im Jahr 2020 ein vieleicht guter Anlass, denn dann sind wir mit den Rollys 45 Jahre am Start.“ Um genügend Publikumszuspruch müsste sich der Rollys-Bassmann wohl auch in zwei Jahren keine Sorgen machen...