Mitten im Berufsverkehr passierte am Dienstagmorgen das Unglück. Ein 52-jähriger Lkw-Fahrer hatte gegen 7 Uhr auf der Bundesstraße 97 in Gallinchen in Richtung Cottbus die Kontrolle über seinen mit Stickstoff beladenen Tanklaster verloren. Das tonnenschwere Fahrzeug geriet auf die Gegenfahrbahn und kippte dort schließlich auf den Gehweg.

Norman Dittmann von der Freiwilligen Feuerwehr Gallinchen gehörte mit seinen Kameraden zu den Ersten am Unfallort. "Wir haben zunächst dem Fahrer geholfen, der aber noch selbstständig gehen konnte", erklärte er. Anschließend sei die Unfallstelle abgesichert worden. Anhand eines auf dem Lkw aufgetragenen Zahlencodes sei die Ladung identifiziert worden.

Der Lkw-Fahrer wurde laut Polizeisprecher Torsten Wendt leicht verletzt und musste zur Behandlung ins CTK gebracht werden. Zur Unfallursache konnte Wendt noch nichts sagen. Das müssten die weiteren Ermittlungen klären. An Spekulationen über einen möglichen Schwächeanfall des Fahrers wollte er sich nicht beteiligen. Die Straße musste bis in die Abendstunden gesperrt werden.

Die Bergung des Lkw gestaltete sich schwieriger als zunächst erwartet. "Die größte Herausforderung bestand darin, dass der Tanklaster gefüllt geborgen werden sollte", betonte Feuerwehr-Einsatzleiter Carsten Brudek. "Das Fahrzeug lag so ungünstig, dass höchstens die Hälfte des Stickstoffs hätte abgepumpt werden können", so Brudek weiter. Die zunächst angeforderten Kranfahrzeuge konnten die Last nicht heben. "Deshalb musste ein 100-Tonnen-Kran organisiert werden", sagte Dirk Vogel. Der Bergungsspezialist der Transportfirma war extra aus Dortmund angereist, um die Arbeiten vor Ort zu koordinieren.

Der Gallinchener Ortsvorsteher Dietmar Schulz (CDU) war ebenfalls zur Unfallstelle geeilt. Er erklärte: "Wir hatten großes Glück, dass nicht noch mehr passiert ist." Am Ende sei der Unfall mehr als glimpflich ausgegangen. "Nicht auszudenken, wenn andere Fahrzeuge an der Ampel gewartet hätten, als der Laster dort außer Kontrolle geriet", ergänzte er.