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| 02:34 Uhr

Talsperre hält die Hälfte des Eisens aus der Spree zurück

Spremberg. Die Bühlower Vorsperre hält die Hälfte der Eisenlast zurück, die von der Spree in Spremberg nach Norden zur Talsperre fließt: Zu diesem Ergebnis kommt der Fachbericht für das Jahr 2016, den die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbauvealtungsgesellschaft (LMBV) vorlegt. Zugleich steigt demnach der Fischbestand im Gebiet des Spremberger Stausees. rw

Die Talsperre selbst verstärkt den Effekt des Eisenrückhalts. Wie der Jahresbericht der LMBV ausführt, fing sie samt der Vorsperre 90 Prozent des Stoffes auf, der aufgrund des Grundwasseranstiegs nach dem Ende der Braunkohleförderung in mehreren Tagebauen in die Gewässer wandert. Im Jahr 2015 meldete das Unternehmen allerdings noch einen Anteil von 95 Prozent, den die Talsperre abfing. Welche wirksame Rolle in diesem Prozess die Bekalkungsanlage bei Wilhelmsthal einnimmt, zeigen die detaillierten Daten aus dem Bericht. So lag die Eisenkonzentration in der Spree nördlich der Bühlower Vorsperre 2016 im Schnitt bei 2,5 Milligramm pro Liter. Als die Anlage im April sowie im September und Oktober ausfiel, stieg die Konzentration auf drei Milligramm. In diesem Zusammenhang geht der Bericht auch auf die Kritik ein, die im Sommer 2016 nach dem kurzzeitigen Abschalten der Anlage laut wurde. Damals fragte der Neuhausener Bürgermeister Dieter Perko (CDU), warum ein Verfahren unterbrochen wird, dessen Nutzen doch klar zutage trete. Darauf entgegnete LMBV-Pressesprecher Uwe Steinhuber: Die Gesamtkonzentration an Eisen sinke im Zufluss zur Talsperre ohnehin in den Sommermonaten, weil es bereits im Flussverlauf der Spree zurückgehalten werde. Deshalb habe sich das Unternehmen bewusst für diesen Schritt entschieden, und zwar nach Absprache mit den zuständigen Behörden.

Nun stützt das Dresdener Institut für Wasser und Boden den Befund des LMBV-Pressesprechers. Seine Fachleute haben den Jahresbericht im Auftrag des Bergbauunternehmens verfasst und stellen fest: "Der geringste absolute und anteilige Eisenrückhalt in der Vorsperre Bühlow wurde während der Sommerpause mit 1400 Kilogramm am Tag erzielt, allerdings auch bei sehr niedrigen Eingangswerten der Eisenbelastung." So sei die Konzentration dieses Stoffes im Sommer generell weniger hoch als zu anderen Jahreszeiten. Der Bericht kommt zu dem Schluss: Angesichts dieser Daten waren die Bedingungen für den Sommerbetrieb auf Sparflamme immer noch gegeben - und zwar "ohne Einschränkung". Damit bekräftigt das Institut seine Empfehlung aus dem Vorjahr, im Sommer auf den Betrieb der Anlage bei Wilhelmsthal zu verzichten.

Der Rückhalt des Eisens führt unterdessen nach Angaben der LMBV zu einer besseren Nahrungsgrundlage für die Fische im Gebiet des Spremberger Stausees. Dies bestätigt auch das Institut für Binnenfischerei in Potsdam, das ebenfalls im Auftrag des Unternehmens die Fauna im Gewässer analysiert hat. Es könne davon ausgegangen werden, dass der Fischbestand in der Talsperre im Jahr 2016 größer war als in der Vergangenheit, teilt das Institut mit. Im Rahmen seiner Studie registrierte es einen starken Anteil der Arten Güster, Barsch und Plötze. Noch 2014 waren die Fische nach Auskunft der Experten durch starke Eisenkonzentrationen und Eisenockerbildung sowie einen geringen Wasserstand "in größerem Maße beeinträchtigt".

Zum Thema:
Die LMBV setzt Kalkprodukte in Wilhelmsthal ein, um den ph-Wert im Wasser anzuheben. 1,5 Kilometer weiter nördlich erfolgt in der Bühlower Vorsperre die Zugabe eines Hilfsmittels, um das Absetzen des Eisens im Vorstaubecken zu verbessern. Die Dosierung dieser Mittel liege deutlich unterhalb der Schwelle, die sich negativ auf die Tierwelt auswirken könnte, so das Institut für Binnenfischerei in Potsdam.