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| 17:29 Uhr

Tag des offenen Denkmals
Von Orienträumen bis zum Erhalt des Bismarckturms

Archäologe Marcus Schneider zeigt die Umrisse des Pechofens. Mit Fortschreiten des Tagebaus Jänschwalde wird dieses Zeugnis menschlicher Besiedlung umgebaggert.
Archäologe Marcus Schneider zeigt die Umrisse des Pechofens. Mit Fortschreiten des Tagebaus Jänschwalde wird dieses Zeugnis menschlicher Besiedlung umgebaggert. FOTO: LR / Silke Halpick
Cottbus/Spree-Neiße. In Cottbus und Spree-Neiße öffnen neun Denkmale am Sonntag. Der Aktionstag findet bundesweit zum 25. Mal statt.

Mehr als 7500 historische Baudenkmale, Parks und archäologische Stätten öffnen am Tag des offenen Denkmals am 9. September ihre Türen. Das teilt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz in Bonn als bundesweite Koordinatorin der Aktion mit. Der Denkmalstag findet bereits zum 25. Mal statt. Das Jahresmotto „Entdecken, was uns verbindet“ nimmt ausdrücklich Bezug auf das Motto des Kulturerbejahrs 2018 „Sharing Heritage“. Mit ihren Besuchern gehen die Veranstalter auf Spurensuche europäischer Einflüsse in deutschen Denkmalen. Dabei verfolgen sie etwa Fragestellungen nach der Herkunft von Handwerkern und Handwerkstechniken, Baumaterialien oder Stilelementen.

In Cottbus und Spree-Neiße beteiligen sich neun Denkmale am Aktionstag. Hier der Überblick:


Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz (10-18 Uhr):

Auch die Alte Dorfschule Gallinchen kann am Tag des offenen Denkmals besichtigt werden. Empfohlen wird hier ein Blick in die Ausstellung zum Ende des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren.
Auch die Alte Dorfschule Gallinchen kann am Tag des offenen Denkmals besichtigt werden. Empfohlen wird hier ein Blick in die Ausstellung zum Ende des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren. FOTO: Frank Lehmann

Um 11 Uhr beginnt eine Sonderführung mit Kustodin Dr. Simone Neuhäuser zum Restaurierungsvorhaben der Orienträume. Um 19 Uhr, nach dem offiziellen Denkmalstag-Programm, folgt ein Konzert des Branitzer Konzertvereins mit Uwe Künstler am Klavier im Musikzimmer des Schlosses Branitz

Stadtteilmuseum Alte Dorfschule Gallinchen (10-18 Uhr):

Errichtet und eingeweiht wurde die Schule 1903, erweitert 1912. Bis 2005 war sie in Betrieb und wird seit 2006 als Stadtteilmuseum Gallinchen mit der Dauerausstellung zur Geschichte des Ortes und für Wechselausstellungen genutzt. Seit 2010 ist das Gebäude denkmalgeschützt.

Führungen gibt es stündlich und nach Bedarf durch Frank Lehmann. Besucht werden kann dieAusstellung „100 Jahre Ende des Ersten Weltkriegs – was 150 Feldpostkarten erzählen“: Lebenszeichen von der Front – ein Gallinchener erlebt als Armierer den Ersten Weltkrieg

Bismarckturm in Burg (10-18 Uhr kostenfrei geöffnet):

Eine wechselvolle Geschichte ist mit dem Burger Wahrzeichen verbunden. Über seine Entstehung vor über 100 Jahren, Zeiten des ideologischen Missbrauchs und eines unsicheren Daseins, über Neubeginn und Entwicklung zum beliebten Ausflugsziel erzählen acht Ausstellungstafeln, die im vergangenen Jahr anlässlich des 100. Geburtstages des Turmes entstanden sind und in der Amtsverwaltung Teil einer Sonderausstellung darstellten. Viele Fotos veranschaulichen die Geschichte, und Dokumente berichten vom mühsamen Kampf um den Erhalt des Aussichtsturmes. Die acht Ausstellungstafeln sind jetzt dauer­haft im oberen Ausstellungsraum des Turmes zu sehen.

Avellis Fabrik Forst (10-19 Uhr; Inselstraße):

Das ehemalige Heizkraftwerk auf Kohlebasis, Baujahr 1922, wird als künstlerisch-kulturelles Zentrum für Vereine und andere gemeinnützige Institutionen genutzt. Die Avellis-Fabrik ist Vernetzungspunkt für alternative Energien und Einsatzstelle des Ministeriums für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben. Es werden stündlich Führungen angeboten. Mehr zur Fabrik lesen Sie auf Seite 15.

Jende-Posamenten-Manufaktur Forst (Keunescher Kirchweg 3):

Seit dem 16. Jahrhundert wurde die Fertigkeit des Posamentierhandwerks in der Berliner Familie Wagler von Sohn zu Sohn weitergegeben. Die filigranen Kunststücke zieren das Schloss in Königsberg, berühmte Theater- und Opernkulissen oder die Schwerter und Säbel hochhonorierter Offiziere. 1910 wurde der Handwerkerfamilie der Titel des königlich preußischen Hoflieferanten verliehen. Seit 2013 führen Diane und Christian Jende das traditionelle Handwerk mit der Jende-Manufaktur fort.

Geöffnet ist sie am Sonntag zu etwa anderthalbstündigen Führungen um 11 und 14 Uhr, die Geschäftsführerin Diane Jende übernimmt.

Stadtkirche St. Nikolai Forst (10-18 Uhr):

Besichtigung der dreischiffigen Kirche, die um 1750 nach einem Brand als barocke Kirche das erste Mal wieder aufgebaut wurdet. Nachdem die Kirche 1945 ausgebrannt war, folgte 1952 bis 1954 erneut ein Wiederaufbau. 1992 wurde der Turm wieder hergestellt, 2008 endete eine umfangreiche Außensanierung. Die Kirche beherbergt Grüfte mit Zink- und Kupfersärgen, unter anderem von Graf Heinrich von Brühl.

Um 16 Uhr beginnt ein Konzert im Rahmen des 20. Internationalen Festivals der Kammer- und Orgelmusik Lubsko-Forst. Marta Boberska (Sopran) und Katarzyna Drogosz (Hammerklavier) bieten Werke der Familie Mozart; Tomasz Orlow spielt auf der Orgel Musik von Johann Sebastian Bach. Der Eintritt ist frei, eine Kollekte wird erbeten.

Pechofen Jänschwalde (10-17 Uhr; Bahnhofsstraße, Verbindungsstraße zwischen Jänschwalde-Ost und Grießen):

Das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege führt im Vorfeld des Tagebaus Jänschwalde archäologische Untersuchungen durch. Dabei wurde zwischen Jänschwalde und Grießen ein Malhügel entdeckt, der auf einem historischen Pechmeiler aufbaute. Die Ausgrabungen und Untersuchungen des Objekts dauern noch an. Marcus Schneider vom Landesamt bietet Führungen an. Anhand von Schautafeln wird die archäologische Arbeit im Tagebauvorfeld Jänschwalde erläutert und werden einige wichtige Ergebnisse der vergangenen Jahre präsentiert.

Kirche St. Martin Hornow (14 bis 17 Uhr):

Der Feldsteinbau stammt vermutlich aus dem 15. Jahrhundert. 1902 wurden neue Glasfenster in Luce-Floreo-Technik eingesetzt. Die Glocke von 1726 wurde restauriert. Die Kirche ist Förderprojekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

Um 14 Uhr gibt es einen Gottesdienst mit Bläsern und Sängern, anschließend Führungen durch die Turmausstellung, den Crügerraum, die Kirche und das Außengelände.Führungen bietet von 15 bis 17 Uhr Dr. Wolfgang Burchhardt an.

Gutshaus Groß Schacksdorf (10-17 Uhr;  Am Zentrum 3):

Barockes, freistehendes, zweigeschossiges Landhaus mit Sockelgeschoss, zweigeschossigem Walmdach und Belvedere. Große Freitreppe in die Beletage mit zwei großen Sälen und Enfilade. Das Gutshaus ist Förderprojekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

Führungen finden um  12, 14 und 16 Uhr statt und werden von Klaudia, Konstanze, Leopold und Ludwig Keilholz übernommen.

www.tag-des-offenen-denkmals.de

(red/pos)