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| 13:06 Uhr

Gesundheit
„Hosen runter“ beim Info-Tag am CTK

Gut besuchte Stände im CTK-Foyer- Insfesamt lockte der Tag der offenen Tür 2000 Besucher an.
Gut besuchte Stände im CTK-Foyer- Insfesamt lockte der Tag der offenen Tür 2000 Besucher an. FOTO: Georg Zielonkowski
Cottbus. 2000 Besucher informieren sich im Cottbuser Krankenhaus über Krebsvorsorge, Schlaganfallprävention & Co. Von Georg Zielonkowski

Bedingt durch das wechselhafte Cottbuser Wetter wurde am Samstag beim diesjährigen „Tag der offenen Tür“ am Cottbuser Carl-Thiem-Klinikum zwar kein neuer Besucherrekord aufgestellt, doch ging es darum nicht. Vielmehr zeigten sich die Betreuer der 32 Stationen recht zufrieden mit dem Wissensdurst der rund 2000 Gäste des Tages.

„Offenbar ist die Bevölkerung doch wieder ein Stück gesundheitsbewusster geworden, wie die Neugier der Leute doch beweist. Viele waren schon hier, bevor wir mit dem Aufbau fertig waren“, so Dr. Anja Herwig, die Leitende Oberärztin der Abteilung Neurologie. An ihrer Station konnten sich die Gäste mittels Ultraschall-Untersuchung an der Halsschlagader über das persönliche Schlaganfall-Risiko informieren. „Ein Freundin von mir hat einen Schlaganfall erlitten, was mich aufgeschreckt hat. Also habe ich mich heute gleich mal untersuchen lassen. Nun bin ich beruhigt, es wurde keine Verdickung und kein Kalk an der Halsschlagader entdeckt“, so Angelika Gartz, die zufrieden weiterzog.

Nebenan konnten die Gäste die Arbeit am Endoskop testen. Die Klinik für HNO-Krankheiten bot einen Versuch an, bei dem mit Hilfe dieses Geräts ein Bonbon aus einer Eierpappe entfernt werden musste. „Mit etwas Übung bekommt man das hin, wie wir gerade beim Versuch der kleinen Valentina auf dem Bildschirm gesehen haben. Und zugleich wird den Leuten die Scheu vor derartigen Behandlungen genommen“, zeigte sich Chefarzt Dr. Michael Herzog zufrieden, der gemeinsam mit Dr. Marta Jozwiak die Station betreute.

Schon weit vor dem Eingang zum CTK war Europas größtes begehbares Darmmodell zu sehen, welches die Landesarbeitsgemeinschaft Onkologische Versorgung gemeinsam mit dem Darmzentrum des Thiem-Klinikums präsentierte. Aus dem fernen München war der Botschafter für Männergesundheit bei der AOK Nordost Jimmy Hartwig gekommen, um die zweite von sechs Stationen in Brandenburgs Städten zu unterstützen. Mit seinen Entertainer-Qualitäten (inzwischen ist der 63-Jährige als Theaterschauspieler, Buchautor und Sänger unterwegs) sensibilisierte er die Gäste für die Wichtigkeit von Krebsvorsorgeuntersuchungen. Um von seinen Erfahrungen zu berichten, die er bei seinen regelmäßigen Hospiz-Besuchen macht. Oft hört er dabei von Betroffenen im Endstadium deren Bedauern über eigene Nachlässigkeiten, wenn diese Patienten sagen „Ach Jimmy, hätte ich doch bloß früher ...“. Auch für seine Zuhörer in Cottbus hieß deshalb die Botschaft, recht schnell das Thema Vorsorge anzugehen: „Ich sage den Männern in der Kneipe oder anderswo häufig, dass sie eine wirklich tolle Frau haben. Und frage in dem Zusammenhang , ob es ihnen denn gefällt, dass ein anderer dieses Schmuckstück mal übernimmt. Eben, weil der jetzige Ehegatte vor lauter Schiss nicht zur Darmspiegelung gegangen ist, im ungünstigen Fall vom Krebs heimgesucht wird und sich damit viel zu früh für immer von der Welt verabschiedet. Da werden die Burschen ganz schnell nachdenklich.“

Längst von der Wichtigkeit solcher Vorsorge ist Gerd Fiedler überzeugt. Der mittlerweile 83-Jährige ließ sich schon mit 60 Jahren erstmals untersuchen, wobei ein Polyp entfernt wurde. Fünf Jahre später konnte er die erneute Darmspiegelung ohne derartigen Befund verlassen. „Ich bin froh und zufrieden, dass ich damals den Mut zur Untersuchung hatte. Wer weiß, ob ich sonst heute hier noch herumlaufen könnte“, so das Fazit, das zur Aktion „Hosen runter“ passte. Erst vor wenigen Wochen wurde die gleich lautende Aufklärungsarbeit zur Männervorsorge mit dem „Felix-Burda-Award 2018“ ausgezeichnet. Auch für Jimmy Hartwig war dies die Bestätigung seiner Botschaftertätigkeit, die er im kommenden Jahr mit einer unterhaltsamen Vorsorge-Show vor ausverkauftem Haus in der Berliner „Max-Schmeling-Halle“ krönen will.  

Dr. Marta Jozwiak dirigiert die kleine Valentina am Endoskop
Dr. Marta Jozwiak dirigiert die kleine Valentina am Endoskop FOTO: Georg Zielonkowski