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Sachsendorf und Madlow
Der Mittler und Manager im Süden

Sven Feldner ist der neue Stadtteil- und INtegrationsmanager in Sachsendorf und Madlow.
Sven Feldner ist der neue Stadtteil- und INtegrationsmanager in Sachsendorf und Madlow. FOTO: Daniel Schauff / Medienhaus Lausitzer Rundschau
Cottbus. Sven Feldner will als Stadtteilmanager in Sachsendorf und Madlow für frischen Wind sorgen. Daniel Schauff

Sven Feldner hat gerade die Fenster im Laden auf der Heinrich-Mann-Straße in Sachsendorf geputzt. Vorher, sagt er, hätten dort jede Menge Zettel gehangen, festgemacht mit Klebeband. Ganz schön viel Arbeit, das wieder abzukriegen, sagt der 37-Jährige. Für den heutigen Donnerstag aber soll alles schön sein – schließlich feiert die Stadttteilladen Eröffnung. Bis 15 Uhr hat Feldner Zeit, alles auf Vordermann zu bringen. Statt Zettel werden Ankündigungen künftig über einen Bildschirm im Schaufenster flackern. Feldner nennt das Gerät seine „digitale Litfaßsäule“. Die Bilder der Cottbuser Künstlerin Evelyn Pielenz sind im ganzen Raum verteilt und zeigen Motive der Mohnblume, der Blume des Jahres.

Feldner ist neuer Stadtteil- und Integrationsmanager in Sachsendorf und Madlow. Mit Mitteln aus dem Programm Soziale Stadt aus der Städtebauförderung von Bund, Ländern und Gemeinden ist seine Position nach jahrelanger Durststrecke im Cottbuser Süden wieder besetzt. Und das ist wichtig, sagt Feldner. Nachdem der vorherige Stadtteilmanager Ralf Fischer vor Jahren nach Sandow gegangen ist, tue die Wiederbelebung des sozialen Netzwerkes dem Stadtteil gut. Potenzial gebe es eine Menge, sagt Feldner. Sein Ziel sei es, die Träger „ressourcenschonend zusammenzubringen“, heißt: Synergien sollen geschaffen werden, Menschen aller Lebenslagen zusammengebracht werden – vom Geflüchteten aus den Gemeinschaftsunterkünften bis zum Rentner aus den Plattenbau-Wohnungen.

Ideen hat er schon reichlich im Kopf: kleine Mieterfeste, um zum Beispiel Spannungen zwischen deutschen Familien und Flüchtlingen in den Wohnplatten in möglichst guter Atmosphäre ausräumen zu können. Gemeinsam mit den sozialen Einrichtungen in der Nähe des Stadtteilladens könne man zur Weihnachtszeit einen kleinen Markt organisieren. Eine Stadtteilzeitung soll wieder ins Leben gerufen werden. Vielleicht, sagt er, werde es ab Mitte November auch einen Sprachkurs für Geflüchtete geben. Ein Kickertisch steht schon im Eingangsbereich – eine ideale Möglichkeit, Jugendliche abzufangen, zusammenzubringen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen, erklärt Feldner. Noch sammelt er seine Ideen auf Dutzenden Zetteln, die auf dem großen Tisch im Stadtteilladen liegen.

Feldner, selbst seit sieben Jahren Sachsendorfer, gelernter Erzieher und seit einem berufsbegleitenden Studium Diplom-Sozialarbeiter, versteht sich als Schnittstelle zwischen Verwaltung, Sachsendorfern und Madlowern. Er werde die Vermittlerrolle übernehmen, hat sich gerade erst um die Fußgängerampel auf der Gelsenkirchener Allee gekümmert. 14 Sekunden habe man, um die Verkehrsader in Sachsendorf zu überqueren – für Ältere und Gehbehinderte unmachbar, sagt er. Er habe die Stadt nun darauf aufmerksam gemacht und hoffe, dass sich an den Grünphase-Zeiten etwas ändern wird. Künftig will sich Feldner auch um den Stadtumbau kümmern, ein Feld, wie er sagt, in das er sich erst einmal einarbeiten müsse. Dann könne er interessierten Sachsendorfern auch Auskunft geben, was mit ihren Quartieren passiert.

Sachsendorf habe sich gemacht, sagt Feldner. Die Fassaden seien farbig, auf den Straßen sei etwas los. Probleme gebe es dennoch, das sei dürfe man nicht wegreden. Feldner will mehr Sachsendorfer dazu bringen, gern in ihrem Stadtteil zu wohnen, das Image des Cottbuser Südens weiter aufzupolieren.

Er selbst kommt aus der Kinder- und Jugendhilfe, die Arbeit mit allen Altersgruppen sei ein wenig Neuland für ihn. Bereits jetzt grüßt Feldner Passanten auf der Mann-Straße mit dem Vornamen. Vor dem Stadtteilladen stehen Tisch und Stühle, die bei schönem Wetter rausgeholt werden und den einen oder anderen anregen sollen, ein paar Worte mit Feldner auszutauschen. Noch müsse er viele Klinken putzen, sagt Feldner, um möglichst alle Protagonisten Cottbuser Süden zusammenzubringen und ein gut funktionierendes Netzwerk zu stricken.