Von Andrea Hilscher

Es ist immer wieder ein spannender Moment: Zu Beginn des Wintersemesters ruft die Führungscrew der Universität fast täglich die neuesten Immatrikulationszahlen ab: Jeder Student zählt an einer kleinen Uni wie der BTU Cottbus-Senftenberg. Genaue Zahlen, wie viele junge Menschen sich in diesem Jahr eingeschrieben haben, gab es zur offiziellen Immatrikulationsfeier am Montag allerdings nicht.

Prof. Christiane Hipp, amtierende Präsidentin der Universität, umschiffte in ihrer Rede elegant die schwierige Klippe der harten Zahlen: „In unseren Audimax passen eintausend Menschen, nicht alle Plätze sind heute besetzt. Wir hoffen aber, dass wir am Ende wieder ähnlich viele neue Studierende begrüßen können wie im Vorjahr.“

Dann würde die Universität zumindest ihr Vorjahresniveau von insgesamt 7200 Studierenden halten können. Vor der Fusion der BTU mit der damaligen Fachhochschule Lausitz lagen die Zahlen deutlich höher.

BTU Cottbus-Senftenberg bei internationalen Studenten beliebt

Immerhin, das war schon am Montag im Audimax sichtbar: Bei den internationalen Studenten ist die Lausitzer Uni beliebt wie eh und je. Ihnen wie auch den Studenten aus der Region legte Christiane Hipp die BTU eindringlich ans Herz. „Wir sind eine familiäre Universität mit guter Atmosphäre. Sie werden engen Kontakt zu ihren Professoren pflegen können.“ Alles Punkte, mit denen die BTU regelmäßig auch in den nationalen Hochschulrankings punkten kann.

Der Cottbuser Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) war ebenfalls auf den Zentralcampus gekommen, um die Neulinge zu begrüßen. Er lobte allerdings vor allem die gute Kneipenszene und die vielfältigen Sportmöglichkeiten, die die Stadt zu bieten habe.

Sein Senftenberger Amtskollege Andreas Fredrich (SPD) wollte Kelch übertrumpfen und warf das gesamte Seenland mit Surfen, Rudern und Kajak fahren in die Waagschale. Als er dann noch von abgeschiedenen, lauschigen Plätzen am Ufer des Senftenberger Sees schwärmte, kicherten die Schulabgänger verlegen: Derart detaillierte Freizeittipps von einem gestandenen Politiker waren ihnen offenbar unheimlich.

Jenseits aller launigen Versprechungen machten beide Stadtoberhäupter vor allem eines deutlich: Sie wollen die Studierenden von heute möglichst auch morgen in der Region halten. Andreas Fredrich sagte: „Schauen Sie sich die Unternehmen der Region genau an und prüfen Sie, was die Lausitz Ihnen alles zu bieten hat.“

DAAD-Preis an BTU Cottbus-Senftenberg vergeben

Nach einer jazzigen Einlage von Studierenden des Studiengangs Instrumental- und Gesangspädagogik wurde dann ein Mann geehrt, der offenbar weniger die Freizeit- als vielmehr die Studienmöglichkeiten in Cottbus genutzt hat.

Daniel Edward Huck aus den Vereinigten Staaten von Amerika wurde mit dem DAAD-Preis ausgezeichnet. Huck hat gerade den Master-Studiengang Power Engineering abgeschlossen, in dem er einer der besten internationalen Studierenden seines Jahrgangs ist.

Neben den hervorragenden akademischen Leistungen zeichnet er sich nach Auskunft der BTU durch seinen großen Einsatz für die internationale Gemeinschaft an der Uni Cottbus-Senftenberg als Sprachtutor und Unterstützer von Veranstaltungen internationaler Studierender sowie in seinem sozial-gesellschaftlichen Engagement vor allem in der Geflüchtetenhilfe aus.

Der DAAD-Preis ist mit 1000 Euro dotiert. Er wird seit 1995 an der BTU vergeben und soll dazu beitragen, den großen Zahlen ausländischer Studierender an deutschen Hochschulen Gesichter zu geben und sie mit Geschichten zu verbinden. Damit, so die BTU, soll deutlich werden, dass jeder einzelne ausländische Studierende ein Stück von Deutschland in seine Heimat mitnehme und etwas von sich in Deutschland lasse.

Außerdem können sich 31 Studierende über Deutschlandstipendien freuen, die unter anderem auch von Unternehmen der Region finanziert werden. Die Studenten bekommen 300 Euro im Monat und zeichnen sich durch besonders großes Engagement aus.