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| 17:07 Uhr

Studentin erliegt Verletzungen

An der Haltestelle vor der Cottbuser Stadthalle ereignete sich der folgenschwere Unfall.
An der Haltestelle vor der Cottbuser Stadthalle ereignete sich der folgenschwere Unfall. FOTO: Michael Helbig/mih1
Cottbus. Die 22-jährige Ägypterin stirbt nach dem schweren Unfall am Ostersamstag vor der Stadthalle. Ihr Leichnam wurde noch am Mittwoch für eine Überführung in die Heimat freigegeben. Peggy Kompalla

Eine ausgelassene Nacht mit Freunden findet ein tragisches Ende: Die 22 Jahre alte Studentin, die am Karsamstag vor der Cottbuser Stadthalle von einem Auto erfasst wurde, ist am Dienstag ihren schweren Verletzungen erlegen. Die Staatsanwaltschaft Cottbus gab den Leichnam bereits am Mittwoch frei. Damit kann er in die Heimat der Frau überführt und den muslimischen Beerdigungsriten weitestgehend entsprochen werden. Die Umstände des Unfalls sind derweil noch ungeklärt. Die Ermittlungen stehen am Anfang, erste Zeugen wurden befragt.

Die Tragödie ereignete sich am frühen Morgen des 15. April gegen 0.30 Uhr an der Straßenbahnhaltestelle vor der Stadthalle. Dort hatte sich die junge Studentin der Polizei zufolge mit zwei Freunden unter eine Gruppe von Wartenden gemischt. Ausgerechnet als die Frau unvermittelt auf die Berliner Straße trat, kam ein Auto und erfasste sie.

Der 20 Jahre alte Autofahrer war laut Polizei zum Zeitpunkt des Unfalls nüchtern. Die Überprüfung des Blutalkohols ergab demnach 0,0 Promille. Der junge Mann stammt aus Sachsen. Wie Polizeisprecher Torsten Wendt erklärt, besteht kein Zusammenhang zum Car-Freitag. Bei dem Autotuner-Treffen kamen am Karfreitag in Cottbus Hunderte Autofans zusammen. Sie zeigten bei der Gelegenheit allerdings nicht nur ihre aufgemotzten Autos, sondern demonstrierten auch die Leistungskraft der Motoren. Die Cottbuser Blitzer lösten am Karfreitag laut Polizei 172-mal aus.

Um den Hergang des Unfalls zu rekonstruieren, zog die Polizei die Sachverständigen der Dekra zurate, die vor Ort Messungen vornahmen. Das Unfallfahrzeug wurde sichergestellt. Auf der Berliner Straße gilt an der Haltestelle eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h. "Ob die eingehalten wurde, müssen die Untersuchungen zeigen", sagt Torsten Wendt.

Nach dem Zeugenaufruf der Polizei gab es zwei Hinweise. "Eine Zeugin konnte bereits vernommen werden. Sie war über Ostern aus Nordrhein-Westfalen zu Besuch", so der Polizeisprecher. Die Staatsanwaltschaft hat derweil ein Verfahren gegen den Autofahrer eingeleitet. Oberstaatsanwältin Petra Hertwig sagt: "Die Frage des Verschuldens muss geklärt werden. Ob sich der Fahrer einer Körperverletzung mit Todesfolge schuldig gemacht haben könnte."

An der BTU Cottbus-Senftenberg herrscht Bestürzung. Auf der Internetstartseite der Universität spricht BTU-Präsident Jörg Steinbach auf Deutsch und Englisch sein Mitgefühl für die Angehörigen und Freunde der Gaststudentin aus. "Wir sind fassungslos, dass sie so jung aus dem Leben gerissen wurde. Wir werden ihr ein ehrendes Andenken bewahren."

Die Staatsanwaltschaft verzichtete auf eine Obduktion der Studentin. In Ägypten müssen Beerdigungen innerhalb von 24 Stunden nach dem Tod erfolgen.