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| 02:53 Uhr

"Strukturwandel nur mit der Braunkohle – nicht gegen sie"

FOTO: dpa
Cottbus. Auf einer Pressereise durch die Lausitz hat Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) am Montag die "Region im Wandel" präsentieren wollen. Beherrschendes Thema dabei: natürlich die Braunkohle. red/bob

"In der Lausitz hat in den vergangenen 25 Jahren ein tief greifender Strukturwandel stattgefunden. Dieser Prozess wird sich auch in den kommenden Jahren fortsetzen. Und er kann nur gemeinsam mit der Braunkohlewirtschaft - und nicht gegen sie - erfolgreich gestaltet werden", teilte Gerber am Montag in einer Pressemitteilung mit.

Nur mit der Braunkohle als Brückentechnologie könne die Energiewende gelingen, so Gerber. Zugleich leisteten Tagebaue und Kraftwerke einen Beitrag, den nötigen Umbau der regionalen Wirtschaft zu gestalten. "Anfang der 90er-Jahre drohte die fast vollständige Deindustrialisierung. Es ist ein großer Erfolg, dass es gelungen ist, industrielle Kerne zu erhalten und weiterzuentwickeln", sagte der Minister. Als Beispiele für erfolgreiche industrielle Kerne in der Lausitz nannte Minister Gerber BASF in Schwarzheide, Vestas in Lauchhammer oder Kjellberg in Finsterwalde.

Durch die Flutung ehemaliger Tagebaue entstehe in der Lausitz parallel zur Energie- und Industrieregion eine künstliche Wasserlandschaft, die in Europa ihresgleichen sucht und immer mehr Gäste anzieht. "Das Lausitzer Seenland ist noch ein junges Reisegebiet, aber die Zahl der Gästeübernachtungen wächst mit den steigenden Pegelständen der Seen", so Gerber. So trage die Braunkohlesanierung auch dazu bei, dass neue Arbeitsplätze neben der Energiewirtschaft entstehen.

Kritik kommt von Heide Schinowsky, energiepolitische Sprecherin der Grünen im Brandenburger Landtag: "Die Braunkohleverstromung ist eine auslaufende Technologie." Dass die Landesregierung dennoch am Aufschluss neuer Tagebaue festhalte, sei "unverständlich und vor allem unverantwortlich". Statt sich eigene energiepolitische Realität zusammenzuzimmern, solle sich die Landesregierung lieber der Frage widmen, wie der Strukturwandel in der Lausitz gestaltet werden kann.