(iwe) Brandenburgs Kultur- und Wissenschaftsministerin Martina Münch (SPD) sieht große Chancen in einem Regierungsstandort Cottbus. „Als Cottbuserin finde ich es gut und richtig, dass wir Regierungsstandort werden sollen“, sagt Münch. „Damit stärken wir die Region und können den Strukturwandel vor Ort zielgerichtet und in enger Abstimmung mit den lokalen Akteuren steuern“, sagte die Ministerin.
Gegenüber der RUNDSCHAU betonte Münch allerdings auch, dass bei dem jetzigen Vorschlag, das von ihr geführte Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur nach Cottbus zu verlagern, zwei Herzen in ihrer Brust schlügen. „Die Verlagerung eines kompletten Ministeriums schafft logistische und personelle Probleme und führt zu einer erheblichen Belastung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, sagt Münch. Es sei hilfreich, die mit dem Aufbau von neuen Forschungseinrichtungen und der Gesundheitsregion Lausitz befassten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Cottbus anzusiedeln. „Aber es ist eben auch ein hoher Wert, dass die Regierung in einer Hauptstadt zusammengefasst ist, und es kurze Wege zwischen den Ministerien, dem Parlament und zahlreichen Verbänden und Einrichtungen gibt“, sagte Münch. „Besser wäre es, gezielt Expertinnen und Experten für bestimmte Bereiche des Strukturwandels zu gewinnen und ihnen in Cottbus attraktive Arbeitsplätze anzubieten.“

Doch das müsse dann auch praktische Folgen haben. „Wenn Cottbus Regierungsstandort wird, muss die Verkehrsanbindung zwischen Cottbus und Potsdam verbessert werden“, sagte Münch. Heute sei man mit dem Auto zwei Stunden pro Fahrt unterwegs, und mit der Bahn müsse man in Berlin umsteigen und froh sein, wenn der Anschluss klappt.