Von Andrea Hilscher

Bisher scheiterten alle Pläne, in der Lausitz eine Medizinerausbildung zu etablieren, am Geld. Jetzt sollen es Fördermilliarden aus dem Strukturstärkungsgesetz für Kohleregionen richten. Die Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (SPD/Brandenburg) und Michael Kretschmer (CDU/Sachsen) haben am Montag in Cottbus mit Vertretern des Gesundheitswesens die Pläne konkret gemacht. In den nächsten zehn Jahren sollen 1,1 Milliarden Euro Bundesmittel in das Projekt fließen.

Noch in diesem Monat soll ein Eckpunktepapier für den Aufbau einer staatlichen medizinischen Hochschule in der Region vorliegen. Schnellstmöglich will die Cottbuser BTU erste Stellen besetzen, um das Projekt zum Laufen zu bringen. Zum Wintersemester 2023/24 soll nach Angaben von Wissenschaftsministerin Martina Münch (SPD) mit den ersten einhundert Studierenden der Lehrbetrieb aufgenommen werden. Als Uni-Klinik für die Studierenden ist das Carl-Thiem-Klinikum in Cottbus vorgesehen. Auch die anderen Krankenhäuser der Region werden eingebunden, um die praktische Ausbildung der Studierenden abzusichern. Mit im Boot sind das Potsdamer Ernst-Bergmann-Klinikum und die Medizinische Hochschule Brandenburg. Durch den Ausbau der BTU Cottbus-Senftenberg und die Erweiterung des CTK sollen in der Region bis zu 1500 zusätzliche Jobs entstehen.

Unterdessen kommt ein Rechtsgutachten zu dem Urteil, dass ein Kabinettsbeschluss zum Umzug des Wissenschaftsministeriums nach Cottbus rechtswidrig ist.