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| 13:55 Uhr

Strukturwandel in Cottbus
Das CTK wird Universitäts-Klinik

 Das Carl-Thiem-Klinikum soll Herz der neuen Medizinerausbildung in der Lausitz werden.
Das Carl-Thiem-Klinikum soll Herz der neuen Medizinerausbildung in der Lausitz werden. FOTO: Medienhaus Lausitzer Rundschau / Angelika Brinkop
Cottbus. Der Bund soll 1,1 Milliarden Euro in den Aufbau des Medizinstudiums in der Lausitz schießen. Von Andrea Hilscher

Da muss selbst Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke einen Moment schlucken: Satte 1,1 Milliarden Euro wird es kosten, in Cottbus eine medizinische Hochschulausbildung auf die Beine zu stellen. Rund 400 Millionen Euro sollen davon in neue Hörsäle und Labore fließen. zwischen 1000 und 1500 neue Jobs müssen geschaffen werden – ein ordentliches Stück Arbeit. „Aber wir wollen möglichst schon im Wintersemester 2023/24 die ersten hundert Medizinstudenten  an der BTU begrüßen“, hofft Wissenschaftsministerin Martina Münch (SPD). Im Jahr 2029 soll der Aufbau der Universitätsmedizin in der Lausitz dann abgeschlossen sein.

Das Medizinstudium ist eine komplexe Angelegenheit: Gelehrt und gelernt werden soll an der BTU an den Standorten Cottbus und Senftenberg. Uni-Klinik wird das Carl-Thiem-Klinikum, das bereits jetzt mit den Krankenhäusern der Region über Ausbildungs-Kooperationen spricht.

FOTO: LR / Hilscher

Klebeeffekte in der Region

CTK-Geschäftsführer Götz Brodermann: „Für uns alle ist das eine riesige Chance. Wir brauchen  dafür personellen Aufwuchs im medizinischen und pflegerischen Bereich.“ Die Gewinnung von Fachkräften sei aber für eine Uni-Klinik bedeutend einfacher als für ein normales Lehrkrankenhaus. „Wir hoffen auf viele neue Köpfe, und wir hoffen auf Klebeeffekte“, sagt Brodermann. Mediziner, die hier studieren, binden sich an die Region und bleiben. „So verbessern wir auch die medizinische Versorgung in der Fläche“, sagt Landeschef Dietmar Woidke.

Die neue Universitätsmedizin entsteht unter dem Dach des Lausitzer Gesundheitscampus, in den auch die Medizinische Hochschule Brandenburg (MHB) aus Neuruppin und die Potsdamer Ernst-Bergmann-Klinik mit einbezogen sind. Das Leuchtturmprojekt soll im Rahmen des „Strukturstärkungsgesetz Kohleregionen“ angeschoben werden. Mit im Boot ist auch die sächsische Oberlausitz, die sich von dem Projekt eine bessere medizinische Versorgung erhofft. Ein zentrales Anliegen ist die Ausschöpfung aller Möglichkeiten von Digitalisierung und Telemedizin.

Wissenschaftsrat muss Konzept genehmigen

Am Montag konnte Wissenschaftsministerin Martina Münch (SPD) der BTU-Präsidentin Christiane Hipp bereits den ersten Fördermittelbescheid überreichen. Rund 350 000 Euro sollen in den nächsten drei Jahren in die Vorbereitung des Projektes gesteckt werden. Noch im Juni soll ein erstes Eckpunkte-Papier vorgelegt werden, im kommenden Jahr soll die Cottbuser Uni ein Konzept zur „Modellregion Gesundheit Lausitz“ vorlegen, das dann im Jahr 2021 vom Wissenschaftsrat geprüft und genehmigt werden soll.

Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) stellte klar, dass das Thiem-Klinikum trotz aller Veränderungen zu hundert Prozent kommunal bleibt. „Es ist gut, wenn wir die Medizinerausbildung bekommen, schließlich war Brandenburg bisher das einzige Bundesland ohne eine derartige Möglichkeit.“

Zukunft des Bahnwerkes gesichert

Holger Kelch und Ministerpräsident Woidke haben am Montag  mit dem Betriebsrat des Bahnwerkes Cottbus gesprochen. Dort sollen künftig elektrisch betriebene Züge bis hin zum ICE gewartet werden, ein Technologiezentrum für Hybridantriebe soll schon Ende des Jahres neue Jobs schaffen.