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| 16:07 Uhr

Strukturwandel in der Lausitz
Lausitz-AG für den Strukturwandel

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU, v.l.), Michael Vassiliades, Vorsitzender der IG BCE, und Dietmar Woidke (SPD), Ministerpräsident von Brandenburg, verfolgen die Diskussion auf der Lausitzkonferenz der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie.
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU, v.l.), Michael Vassiliades, Vorsitzender der IG BCE, und Dietmar Woidke (SPD), Ministerpräsident von Brandenburg, verfolgen die Diskussion auf der Lausitzkonferenz der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie. FOTO: dpa / Bernd Settnik
Cottbus. Experte fordert in Cottbus die Konzentration aller Initiativen in eine Gesellschaft. Von Sascha Klein

Für den anstehenden Strukturwandel braucht die Lausitz eine klare Führung und für Investoren eine ganz deutliche Zuständigkeit. Deshalb empfiehlt der Management-Experte Dr. Hans Gerd Prodoehl die Bildung einer Art „Lausitz-AG“. Das hat Prodoehl im Rahmen der Standortkonferenz Lausitz am Dienstag in Cottbus betont. „Die Lausitz hat einen Dschungel von Institutionen und Zuständigkeiten“, sagt er. Wirtschaftsregion, Energieregion, Lausitzrunde, Aktivitäten der Kammern: Das sei für Investoren zu unübersichtlich. Prodoehl empfiehlt, alle Initiativen in einer Gesellschaft zu formieren, die nach außen für die Lausitzer Interessen einsteht.

Wie Prodoehl betont, sollte eine „Lausitz-AG“ wie ein Unternehmen geführt werden. „Strukturwandel ist eine Management- und keine Verwaltungsaufgabe“, so der Experte, der rund eineinhalb Jahrzehnte in Nordrhein-Westfalen in der Wirtschaftsförderung des Landes gearbeitet und unter anderem mit dem Film-Riesen Warner Brothers über die Ansiedlung des Filmparks in Bottrop verhandelt hat.

Eine Idee aus der Lausitz greift auch Prodoehl auf: Um größere Betriebe und damit Arbeitsplätze in die Lausitz zu holen, müsse die Region zu einer Sonderwirtschaftszone werden. Bedenken, dass das nicht mit EU-Vorgaben vereinbar ist, wischt der Wirtschaftsexperte vom Tisch: Polen habe 14 Sonderwirtschaftszonen, Großbritannien sogar 36. „Es geht bei einer Sonderwirtschaftszone nicht nur um Steuererleichterungen“, sagt Prodoehl. „Es geht vor allem um Entschlackung der Bürokratie.“ Lausitz Seite 2