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Ströbitzer Hauptstraße hält Regen stand

Die Hauptstraße glich am 1. September 2015 einem Fluss.
Die Hauptstraße glich am 1. September 2015 einem Fluss. FOTO: R. Galle
Cottbus. Die Anwohner der Ströbitzer Hauptstraße können aufatmen. Die Straßenentwässerung hat nicht nur dem Dauerregen der vergangenen Tage standgehalten, sondern auch dem Starkregen, der Mitte Juli im Cottbuser Westen niedergegangen ist. Am 1. September 2015 hatte Extremregen noch die gerade sanierte Straße in einen Fluss verwandelt. Ulrike Elsner

Kahnfahren auf der Ströbitzer Hauptstraße. Was nach einem Spaß klingt, war für die Anwohner der Ströbitzer Hauptstraße am 1. September 2015 plötzlich bitterer Ernst. Die in kurzer Zeit niedergegangenen Wassermassen hatten das Abflusssystem der gerade sanierten wichtigsten Verbindungsstraße im ländlich geprägten Teil von Ströbitz völlig überfordert. Nicht nur dort, auch auf der östlichen Seite der Karl-Liebknecht-Straße in Höhe der Hausnummer 52 habe das Wasser bis zum Erdgeschoss gestanden, sagte Bürgervereins chef Detlef Buchholz beim jüngsten Stadtteilrundgang mit Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU).

Die Anwohner der Ströbitzer Hauptstraße hatten monatelang in Sorge gelebt, dass sich ein solches Ereignis wiederholt. Auch der Bürgerverein hatte immer wieder auf das Problem hingewiesen. Zwar hatte ein extremes Wetterergebnis zur Überschwemmung geführt. "Keiner konnte damit rechnen, dass plötzlich das Zehnfache der für die Berechnung des Ableitungssystems maßgeblichen Wassermenge anfällt", erläuterte Marion Adam vom Baudezernat.

Beim Ausbau der Ströbitzer Hauptstraße war ein neues Entwässerungssystem errichtet worden. Damit wird der Niederschlag in den Ströbitzer und in den Zahsower Landgraben abgeleitet.

Die Gesamtkosten des Ausbaus von Ströbitzer Hauptstraße, Quellstraße und Nevoigt-Platz hatten sich einschließlich der Verrohrung des Zahsower Landgrabens auf rund zwei Millionen Euro belaufen.

Das Argument, dass kein Graben solche ungewöhnlich großen Regenmengen aufnehmen könne, wie sie im Spätsommer des Jahres 2015 gefallen sind, hat der Bürgerverein nie gelten lassen. In Zusammenarbeit mit dem Baudezernat ist deshalb im Frühjahr nachgebessert worden. Rigolen (ein Regenwasserpuffer am Straßenrand) wurden durchbohrt, zusätzliche Einläufe an der Theaterscheune geschaffen und der Zulauf in einen wichtigen Zubringer für den Landgraben verbessert. "Unser Konzept ist aufgegangen", konstatierte Marion Adam beim Rundgang.

Dem stimmte auch der Bausachverständige des Bürgervereins, Rüdiger Galle, zu. Bei normalem Regen dürfte die Entwässerung jetzt funktionieren. Doch der Klimawandel macht Wetterextreme in Zukunft immer wahrscheinlicher. Ein Wasserrückhaltebecken könnte die Hochwassergefahr vollends bannen. "Ein Anwohner würde einen Teil seines Grundstücks dafür zur Verfügung stellen", berichtete Rüdiger Galle. Doch die notwendige fachliche Untersuchung dieser Lösung durch den Wasser- und Bodenverband stehe noch aus. Wer die Ströbitzer und ihren Bürgerverein kennt, weiß: Sie bleiben an dem Thema dran.