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Ströbitz feiert 565jähriges Jubiläum mit Festumzug

Festumzug 665 Jahre Ströbitz am Sonntagnachmittag mit rund 70 Mitwirkenden und 21 Fahrzeugen.
Festumzug 665 Jahre Ströbitz am Sonntagnachmittag mit rund 70 Mitwirkenden und 21 Fahrzeugen. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Kurz nach 13 Uhr hatte am Sonntag Zugorganisator Thomas Zimmermann alle 70 Mitwirkenden und 21 Fahrzeuge einsortiert, und der Festumzug zum 565jährigen Bestehen von Ströbitz konnte sich in Bewegung setzen. Ein Jahr lang hatten der Ströbitzer Bürgerverein und die Vereine an der Vorbereitung ihres großen Jubiläums gearbeitet. Am Wochenende war es dann soweit, es wurde kräftig gefeiert. Michael Helbig

Auf dem Nevoigtplatz stand das große Festzelt, und während des musikalischen Frühschoppens mit den Ströbitzer Musikanten am Sonntagvormittag erläuterte Silke Schötz den Besuchern die Bedeutung der sorbisch/wendischen Trachten.

Bereits einen Tag zuvor gab es auf Schultkas Acker den traditionellen wendischen Brauch des Hahnrupfen. In diesem Jahr sogar mit zwei (bereits geschlachteten) Hähnen, die nacheinander an die Ehrenpforte gehängt wurden. Denn wie in Jubiläumsjahren in Ströbitz üblich, ritten am Samstag zunächst die jung gebliebenen, erfahrenen, also älteren Reiter um den Kopf des Hahns und damit die Krone des Erntekönigs. Dabei schaffte André Horwarth schon beim zweiten Durchritt ein seltenes Kuriosum: Er hatte so kräftig am Kopf gezogen, dass er gleich den ganzen Hahn in der Hand hielt. Natürlich wurde er wieder aufgehängt, und schließlich schaffte er es noch ganz regulär den Kopf als Erster in der Hand zu halten, so wie beim nachfolgenden Wettbewerb der Jugend Max Behla das Rennen für sich entschied. Beide dürfen sich nun ein jahr lang mit dem Titel "Erntekönig 2017" schmücken.

Bevor die Reiter am Samstag mit ihren Pferden über Schultkas Acker jagen konnten, war Armin Schultka mit seinem Mädrescher, Baujahr 1970, auf dem Feld unterwegs und hatte es abgeerntet. Dieser Mähdrescher, den er 1991 einem Landtechnikhändler in Kolkwitz abgekauft hatte, war am Sonntag frisch geputzt ebenso wie ein Kartoffelroder aus dem Jahr 1967 und eine Dreschmaschine aus den 1930er Jahren beim Festumzug dabei. Diese ratterte während der ganzen Zeit lautstark. So konnten die Zuschauer mit eigenen Augen sehen, wie einst im bäuerlichen Ströbitz Getreide gedroschen wurde. "Die Maschinen gehören den `Ströbitzern`. Das ist ein lockerer Zusammenschluss von historisch interessierten Ströbitzern, und wir sind ganz stolz, dass wir die historischen Fahrzeuge heute beim Festumzug zeigen können", erzählte Armin Schultka.

Darüber freuten sich auch Bettina Schmöckel und Tochter Stefanie, die den Festumzug vom Straßenrand aus beobachteten. Der Umzug hat uns sehr gut gefallen, alle haben sich sehr viel Mühe gegeben, die ganzen alten Maschinen und Fahrzeuge wiederherzurichten", erklärten sie begeistert, nachdem der Zug an ihnen vorübergezogen war. So sahen es auch Angelika und Enno Roch, die sich extra bequeme Gartenstühle mitgebracht hatten und Plätze vor der Theaterscheune gesichert hatten. "Wir haben heute Plätze in der ersten Reihe" erklärten sie freudestrahlend. "Seit 18 Jahren sind wir nun Ströbitzer, da wollen wir natürlich bei solch einem Jubiläums-Fest dabei sein, fügten sie hinzu.