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| 18:47 Uhr

Striesow
Striesower Kamerad „Ello“ feiert 50. Geburtstag

Eine „Robur-Vollversammlung gab es am Wochenende in Striesow. Damit wurde der „50.“ ihres Robur-Einsatzfahrzeuges gefeiert.
Eine „Robur-Vollversammlung gab es am Wochenende in Striesow. Damit wurde der „50.“ ihres Robur-Einsatzfahrzeuges gefeiert. FOTO: Marion Hirche
Striesow. Striesower Feuerwehr widmet ihrem ältesten Dienstfahrzeug ein Fest mit vielen Gästen.

() Die Striesower Feuerwehr wurde 1935 gegründet.  Uwe Bertels führt die Striesower Floriansjünger, die 2012 ein neues Geerätehaus in Besitz nehmen konnten. Am Wochenende hatten sie Grund zum Feiern, denn ein ganz besonderes historisches Fahrzeug ist in ihrem Bestand. Derb Kamerad „Ello“, ein Robur LO 1801 AKF, gelangte 1999 in ihren Besitz. Die Kameraden haben dem alten Mitstreiter „auf die Beine geholfen“, sie haben ihn wieder auf Vordermann gebracht. „Das ist ein ganz besonderes Auto, es ist ein Löschgruppenfahrzeug mit Tragkraftspritze, und es ist eines der ersten dieser Art, die überhaupt von den Görlitzer Herstellern ausgeliefert wurden, denn es hat die Aufbaunummer 006-1968“, war von Peter Köhler zu erfahren. Der Feuerwehrfan dieses Vierrädrigen hielt die Fäden bei dem Fest zum 50. Geburtstag ihres Oldtimers in der Hand.

Wie bereits vor zehn Jahren zum 40. Geburtstag des Autos luden sie andere Feuerwehren ein, die ebenfalls ein Robur-Fahrzeug besitzen. Immerhin elf Wehren folgten dieser Einladung: Aus Papitz kamen die Feuerwehrleute mit ihren LO 2002. „Das ist doch hier bei uns in der Nähe und wenn man fachsimpeln kann, dann ist das doch eine Gelegenheit, die man nicht verstreichen lassen sollte“, begründete Marcel Noack die Anwesenheit der Papitzer. Mit Baujahr 1980 hatten sie allerdings keine Chance im Wettbewerb um das älteste Gastfahrzeug. Gleich mit drei Autos reisten die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Burg-Kauper an. Die Pflege und der Erhalt von historischen Fahrzeugen wird hier neben vielen anderen Aufgaben großgeschrieben. „Wir haben eine Gruppe, die sich sonntags trifft und dann baut, schraubt, lackiert – also für die Funktionsfähigkeit und das gute Aussehen unserer historischen Fahrzeuge sorgt“, erklärte Ortswehrführer Ralph Zimmermann. Von der Striesower Partnerfeuerwehr aus Lichtenberg, Ortsteil von Frankfurt/Oder, kam der Feuerwehrchef Marko Scholz und mit einem „W 50“. Zu den besonderen Fahrzeugen gehörte auch der „Borgward“ von Paul Groba aus Cottbus-Branitz: „Dieser Fahrzeugtyp war das Pendant in westlichen Gefilden, wurde dort für die Feuerwehr eingesetzt.“ Weitere Teilnehmer rollten mit ihren „LO`s“ aus Schlagsdorf, Drehnow, Glinzig, Werben an. Das älteste Gastauto war der „LO 2002“ aus Drehnow. „Robur wurde 1978 gebaut, und wir hegen und pflegen ihn“, war vom Fahrer Christopher Frahnow zu erfahren.

Mit den Oldtimern absolvierten die Teams einen „LO-Truck-Trail“ mit vier Stationen. Los ging es am Striesower Gerätehaus. An den Stationen am Striesower Marienberg, an der Briesener Spreebrücke und am Dissener Tor zur Spreeaue mussten jeweils Geschicklichkeits- und Genauigkeitsaufgaben bewältigt werden. Neben dem Trail wurde auch der schnellste Robur gesucht. Am Abend wurde auf dem Festplatz am Gerätehaus gefeiert. Der Sonntag war der Striesower Feuerwehr vorbehalten. Beim Tag der offenen Tür konnte jeder hinter die Kulissen des Gerätehauses blicken. Außerdem wurde der Kamerad „Ello“ geschmückt und 50 Kerzen wurden zu seinen Ehren entzündet und vom Jubilar persönlich ausgeblasen. „Ich finde das Fest der Striesower Feuerwehr sehr gut, ich könnte mir vorstellen, dass man diese Idee noch ausbaut“, betonte der Bürgermeister der Gemeinde Dissen-Striesow Fred Kaiser. Ein Wunsch der Gastgeber blieb auch nach diesem zweiten Roburtreffen offen: „Etwa 3200 der LO`s wurden bis 1990 gebaut. Wenn man da NR. 6 hat, ist das ja schon gut, aber wir würden schon gern wissen, wem die fünf ersten Modelle dieser Art gehören. Das haben wir nach wie vor nicht erfahren“, erläuterte Peter Köhler.

(jul)